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Heizsystem fürs Fertighaus

Wärmepumpe: Erdwärme oder Luft – so treffen Sie die Wahl

Sole-Wasser aus dem Erdreich oder Luft-Wasser aus der Außenluft? Diese Entscheidung bestimmt Investition, Stromverbrauch und Genehmigungsaufwand Ihres Fertighauses über zwei Jahrzehnte. Als Fertighaus Experte führen wir Sie mit Entscheidungsbaum, Zahlen und klarer Wenn-Dann-Logik zur passenden Wärmequelle.

Entscheidungsbaum, der über Grundstück, Bohrgenehmigung, Budget und Lärmschutz-Abstand zur Wahl zwischen Erdwärme und Luftwärmepumpe führt
Vier Prüffragen führen Schritt für Schritt zur passenden Bauart. Richtwerte als marktübliche Spanne, Stand als Orientierung.

Erdwärme gegen Luft: die Kennzahlen nebeneinander

Beide Bauarten nutzen kostenlose Umweltwärme und erfüllen die 65-Prozent-Regel des Gebäudeenergiegesetzes. Sie trennen sich vor allem bei Investition, Effizienz und dem Aufwand für Grundstück und Genehmigung. Die folgende Übersicht stellt fünf Kennzahlen gegenüber; die Beträge sind marktübliche Spannen, die Geologie, Region und Haus im Einzelfall verschieben.

KriteriumErdwärme (Sole-Wasser)Luftwärmepumpe
Investition (inkl. Erschließung)27.000 – 45.000 €15.000 – 30.000 €
Jahresarbeitszahl (JAZ)ca. 4,0 – 5,0ca. 3,0 – 4,0
Betriebskostensehr niedrigniedrig bis moderat
Genehmigungwasserrechtliche Bohranzeigemeist ohne Bohrgenehmigung
GrundstücksbedarfBohrung oder große KollektorflächeStellfläche für Außeneinheit

Orientierungswerte ohne Gewähr. Belastbare Zahlen liefert eine Vollkostenrechnung samt geologischem Gutachten für Ihr Grundstück.

Zwei Wege zur Umweltwärme – ein Prinzip

Beide Bauarten arbeiten nach demselben physikalischen Prinzip: Eine Wärmepumpe hebt vorhandene Umweltwärme mit etwas Strom auf ein nutzbares Temperaturniveau und speist sie in die Fußbodenheizung. Der Unterschied steckt allein in der Quelle. Die Erdwärmepumpe zapft das Erdreich an, das in Sondentiefe ganzjährig 8 bis 12 Grad Celsius hält – konstant warm, auch am kältesten Wintertag. Die Luftwärmepumpe zieht die Wärme aus der Außenluft, die genau dann abkühlt, wenn der Bedarf steigt. Aus diesem einen Unterschied entstehen sämtliche Abweichungen bei Kosten, Effizienz und baulichem Aufwand, die diese Seite Schritt für Schritt sortiert.

Wichtig ist die Einordnung: Für ein neu gebautes, gut gedämmtes Fertighaus ist die Wärmepumpe heute der Standard, weil sie die 65-Prozent-Regel des Gebäudeenergiegesetzes ohne Zusatztechnik erfüllt. Die eigentliche Frage lautet daher selten, ob eine Wärmepumpe eingebaut wird, sondern welche der beiden Bauarten am besten zu Grundstück, Budget und Nutzung passt. Weil sich diese Entscheidung über eine Nutzungsdauer von 20 Jahren auf Investition, Stromrechnung und Wohnkomfort auswirkt, lohnt es sich, die Kriterien gründlich abzuwägen, statt schnell zu entscheiden. Die gute Nachricht: In rund 90 Prozent der Fälle führt eine klare Reihenfolge von Prüffragen zu einer eindeutigen Empfehlung.

Das Grundstück entscheidet zuerst

Vor jeder Kostenfrage steht die schlichte Machbarkeit auf Ihrem Grundstück. Für einen Flächenkollektor benötigen Sie das Anderthalb- bis Zweifache der Wohnfläche als dauerhaft unbebaute Gartenfläche – bei 140 Quadratmetern Haus also rund 210 bis 280 Quadratmeter Rasen ohne Terrasse oder Baumbestand. Fehlt dieser Platz, bleibt für die Erdwärme nur die Erdsonde, die mit 40 bis 100 Metern in die Tiefe geht und wenig Grundfläche belegt. Diese Bohrung ist jedoch anzeigepflichtig: Die untere Wasserbehörde prüft, ob Ihr Standort in einem Wasserschutzgebiet liegt. In gesperrten Zonen ist die Erdwärme praktisch vom Tisch, und die Luftwärmepumpe wird zur naheliegenden Antwort. Verschaffen Sie sich früh Klarheit über die Regeln vor Ort, bevor Sie ein Heizsystem fest einplanen.

Ein zweiter Grundstücksfaktor ist der Aufstellort der Außeneinheit bei der Luftwärmepumpe. Sie braucht einen frei umströmten Platz mit mehreren Metern Abstand zu Fenstern und zur Grenze, damit die angesaugte und ausgeblasene Luft ungehindert zirkulieren kann. Auf einem großzügigen Grundstück ist das mühelos zu lösen, auf einem schmalen Reihenhausgrundstück dagegen eine echte Planungsaufgabe. Die Erdwärmepumpe benötigt oberirdisch dagegen nur wenig Raum für das Innengerät im Technikraum, das kaum größer als ein Kühlschrank ist. Damit spiegeln sich die Anforderungen: Die eine Bauart verlangt Platz unter der Erde, die andere Platz an der frischen Luft.

Investition, Bohrkosten und laufender Verbrauch

Beim Preis liegt die Luftwärmepumpe vorn: Marktüblich sind 15.000 bis 30.000 Euro, weil die teure Erschließung entfällt. Die Erdwärmepumpe kostet inklusive Bohrung 27.000 bis 45.000 Euro, wobei die Bohrung selbst mit 50 bis 100 Euro je Bohrmeter zu Buche schlägt und sich erst nach dem geologischen Gutachten sicher beziffern lässt. Im laufenden Betrieb kehrt sich der Vorteil teilweise um: Mit einer Jahresarbeitszahl von 4,5 verbraucht die Erdwärmepumpe rund 20 bis 25 Prozent weniger Strom als eine Luftwärmepumpe mit 3,5. Wie sich ein Heizsystem in das gesamte Neubaukonzept einordnet, zeigt der Vergleich der Heizsysteme im Neubau.

Balkendiagramm vergleicht Investition und Betriebskosten von Erdwärme und Luftwärmepumpe über zwanzig Jahre
Schema der Gesamtkosten über 20 Jahre: Die höhere Investition der Erdwärme steht dem größeren Stromverbrauch der Luftwärmepumpe gegenüber. Beispielannahme, nicht maßstäblich.

Rechenbeispiel über zwei Jahrzehnte

Ein Beispiel macht die Größenordnung greifbar. Bei einem jährlichen Wärmebedarf von 8.000 Kilowattstunden benötigt die Erdwärmepumpe mit einer Jahresarbeitszahl von 4,5 rund 1.780 Kilowattstunden Strom, die Luftwärmepumpe mit 3,5 dagegen etwa 2.290 Kilowattstunden. Die Differenz von rund 510 Kilowattstunden pro Jahr ist der reale Effizienzvorsprung. Über 20 Jahre summieren sich die Betriebskosten im Schema auf etwa 10.000 Euro für die Erdwärme und 15.000 Euro für die Luftwärmepumpe. Rechnet man die Investition hinzu, landen beide Systeme nahe beieinander: rund 46.000 Euro für die Erdwärme, rund 37.000 Euro für die Luft. Der Abstand ist real, aber kleiner, als der reine Effizienzvergleich vermuten lässt – und er hängt vollständig vom künftigen Strompreis ab, den niemand seriös für zwei Jahrzehnte garantieren kann.

Lärm, Platz und Genehmigung als Spiegelbild

Die praktischen Nebenwirkungen der beiden Bauarten sind gegensätzlich. Die Luftwärmepumpe stellt eine Außeneinheit mit Ventilator ins Freie; deren Geräusch muss an der Grundstücksgrenze die Richtwerte der TA Lärm einhalten, in Wohngebieten nachts oft rund 35 Dezibel. In enger Reihenhausbebauung mit Grenzabständen unter 3 Metern wird der Schallschutz zum echten Planungsthema. Die Erdwärmepumpe arbeitet ohne Außeneinheit nahezu lautlos, verlagert den Aufwand aber nach vorn: Bohranzeige, geologische Prüfung und ein zugelassenes Bohrunternehmen sind einzuplanen, wofür Sie rund 4 bis 8 Wochen Vorlauf einkalkulieren sollten. Beide Wege sind gut beherrschbar, solange sie früh im Bauprozess mitgedacht werden.

Förderung im Neubau richtig einordnen

Hier ist eine saubere Unterscheidung entscheidend: Der bekannte Heizungszuschuss der Bundesförderung für effiziente Gebäude von bis zu 70 Prozent gehört zu den BEG-Einzelmaßnahmen und gilt ausschließlich für den Heizungstausch im Bestand – im Neubau greift er nicht. Wer neu baut, nutzt stattdessen die KfW-Programme, allen voran „Klimafreundlicher Neubau“. Diese fördern nicht die einzelne Wärmepumpe mit einem Zuschuss, sondern das gesamte Gebäude über einen zinsgünstigen Kredit mit Tilgungsvorteil, sofern es die Anforderungen eines Effizienzhaus 40 erfüllt. Eine Wärmepumpe – ob Erdwärme oder Luft – hilft dabei, dieses Effizienzniveau zu erreichen, ist aber nur ein Baustein neben Dämmung, Lüftung und Gebäudehülle.

Verlassen Sie sich deshalb nicht auf pauschale Prozentversprechen. Die Kreditkonditionen, Höchstbeträge und Effizienzhaus-Stufen ändern sich regelmäßig und knüpfen an klare Bedingungen wie einen Energieeffizienz-Experten und die Antragstellung vor Vertrags- oder Bauvertragsabschluss. Prüfen Sie die aktuellen Programme direkt bei der KfW und lassen Sie die Förderfähigkeit früh von einer sachverständigen Person bestätigen; beim BAFA finden Sie ergänzend die Regeln zur Bestandsförderung, falls Sie später eine Bestandsimmobilie modernisieren. Die Reihenfolge entscheidet über die Bewilligung: erst beantragen, dann beauftragen.

Effizienz und Photovoltaik zusammen denken

Da beide Bauarten mit Strom laufen, senkt eine eigene Photovoltaikanlage die Betriebskosten deutlich. Bei der Luftwärmepumpe mit ihrem höheren Verbrauch bringt eine gut ausgelegte Anlage mit Speicher besonders viel; bei der sparsameren Erdwärmepumpe rechnet sich bereits eine kleinere Anlage. Sinnvoll ist daher, Heizung und Solarstrom von Beginn an gemeinsam zu planen, statt die Anlage später nachzurüsten. Für die Auslegung zählt außerdem eine niedrige Vorlauftemperatur von 30 bis 35 Grad Celsius, wie sie eine Fußbodenheizung im Fertighaus liefert: Je kühler der Vorlauf, desto höher die Jahresarbeitszahl beider Systeme – und desto kleiner der reale Kostenabstand.

Der Speicher verdient dabei eine eigene Betrachtung. Eine Wärmepumpe zieht ihren Strom vor allem morgens und abends, während eine Photovoltaikanlage mittags am meisten liefert. Ein Batteriespeicher von 5 bis 10 Kilowattstunden verschiebt diesen Solarstrom in die Betriebszeiten der Wärmepumpe und hebt den Eigenverbrauch spürbar an. Bei der Luftwärmepumpe, die im Winter mehr Strom benötigt, fällt der Gewinn zwar geringer aus, weil die Sonne in der Heizperiode wenig liefert; dennoch reduziert jede selbst genutzte Kilowattstunde die laufenden Kosten. Bei der Erdwärmepumpe genügt oft eine kleinere Anlage von 6 bis 8 Kilowatt-Peak, um den überschaubaren Jahresverbrauch von rund 1.780 Kilowattstunden weitgehend zu decken.

Wartung, Lebensdauer und Verschleiß über die Jahre

Über eine Nutzungsdauer von 20 Jahren zählt nicht nur der Kaufpreis, sondern auch, was an Wartung und Ersatz anfällt. Die Erdsonde selbst gilt als extrem langlebig und hält häufig über 50 Jahre, während die eigentliche Wärmepumpentechnik nach rund 15 bis 20 Jahren zu erneuern ist. Weil die Erdwärmepumpe keine Außeneinheit besitzt, entfällt der Verschleiß am Ventilator und an der wetterexponierten Verkleidung. Bei der Luftwärmepumpe ist der Ventilator ein bewegtes Bauteil, das über die Jahre arbeitet und gelegentlich Aufmerksamkeit verlangt. Rechnen Sie für beide Bauarten mit einer jährlichen Wartung von etwa 150 bis 300 Euro; die Unterschiede im Wartungsaufwand sind in der Praxis überschaubar und selten das entscheidende Kriterium.

Auch das Kältemittel und die technische Weiterentwicklung spielen eine Rolle. Moderne Geräte setzen zunehmend auf natürliche Kältemittel wie Propan, das ein geringes Treibhauspotenzial besitzt und zukunftssicherer ist. Fragen Sie beim Angebot nach dem verwendeten Kältemittel, denn ein zukunftsfestes Gerät verlängert die wirtschaftliche Nutzung. Für die langfristige Planung gilt: Ein System, das Sie in 15 bis 20 Jahren problemlos warten und ersetzen lassen können, ist mehr wert als ein Sonderweg, für den Ersatzteile knapp werden.

Zwei Sonderfälle, die die Faustregel aushebeln

Die grobe Regel „günstig gleich Luft, effizient gleich Erdwärme“ trägt nicht immer. Zwei Konstellationen zeigen, warum der Einzelfall zählt. Der erste ist das enge Stadtgrundstück ohne Gartenfläche: Ein Flächenkollektor scheidet dort aus, doch eine Erdsonden-Bohrung von 40 bis 100 Metern bleibt möglich, sofern die Wasserbehörde zustimmt. Die Erdwärme ist also nicht automatisch vom Tisch, nur weil der Garten fehlt. Der zweite ist die dichte Reihenhausbebauung mit Grenzabständen unter 3 Metern: Hier kann der Schallschutz einer Luft-Außeneinheit so aufwendig werden, dass sich die geräuschlose Erdwärme trotz Mehrkosten von 10.000 bis 15.000 Euro rechnet, weil sie Streit mit der Nachbarschaft und teure Schallschutzhauben von vornherein vermeidet.

Ein dritter Punkt betrifft die Kühlung im Sommer. Beide Bauarten können ein Fertighaus über die Fußbodenheizung sanft temperieren, doch die Erdwärmepumpe kann dies besonders sparsam: Über die konstant kühle Erdsonde lässt sich die sogenannte passive Kühlung nutzen, bei der fast nur die Umwälzpumpe Strom zieht. In Regionen mit heißen Sommern und zunehmend über 30 Grad Celsius kann dieser Nebeneffekt den Ausschlag zugunsten der Erdwärme geben, ohne dass eine separate Klimaanlage nötig wird. Wer diese passive Kühlung mitnehmen möchte, sollte sie schon im Angebot ausschreiben lassen, weil sie meist nur wenige Hundert Euro Aufpreis kostet, im Nachhinein aber kaum wirtschaftlich nachrüstbar ist und ihren Nutzen an heißen Sommertagen voll ausspielt.

So gehen Sie mit dem Angebot um

Wenn die Angebote der Hersteller vorliegen, achten Sie darauf, dass alle Kostenblöcke enthalten sind. Bei der Erdwärme gehören dazu die Bohrung mit 50 bis 100 Euro je Meter, die Verpressung der Bohrlöcher, die Soleleitungen bis zum Technikraum und die wasserrechtliche Anzeige. Fehlt einer dieser Posten, verschiebt sich der Preis nach oben, sobald der Bagger anrückt. Bei der Luftwärmepumpe prüfen Sie das Fundament der Außeneinheit, die Schallschutzmaßnahmen und den Abstand zur Grundstücksgrenze. Verlangen Sie außerdem eine ehrliche Angabe zur erwarteten Jahresarbeitszahl unter Ihren konkreten Bedingungen, nicht nur den Prüfstandswert. Nur mit dieser Vollständigkeit lassen sich zwei Angebote fair vergleichen und der spätere Aufpreis vermeiden.

Ordnen Sie am Ende alles in ein Gesamtkonzept ein: Heizsystem, Dämmstandard, Fußbodenheizung und Photovoltaik gehören zusammen gedacht und nicht als Einzelposten. Ein technisch tieferer Einstieg in die Bauart-Unterschiede gelingt über den Ratgeber Erdwärme oder Luftwärmepumpe. Am Schluss gewinnt nicht das System mit dem höchsten Wirkungsgrad auf dem Papier, sondern das, das zu Ihrem Grundstück, Ihrem Budget und Ihrer Lebensplanung passt – belegt durch eine Vollkostenrechnung über die gesamten 20 Jahre.

Wenn-Dann-Logik: acht Schritte zur Entscheidung

Arbeiten Sie die folgenden Prüfschritte der Reihe nach ab. Sobald ein Schritt eine Bauart ausschließt, ist die Entscheidung meist gefallen; andernfalls sammeln sich die Argumente, bis eine Seite überwiegt.

  1. Wenn weder eine Kollektorfläche von 210 bis 280 m² noch Platz für eine Bohrung vorhanden ist, dann entfällt die Erdwärme, und die Luftwärmepumpe für 15.000 bis 30.000 Euro bleibt die einzige tragfähige Lösung.
  2. Wenn Ihr Standort in einem Wasserschutzgebiet liegt, dann ist die Bohranzeige chancenlos und die Erdwärme rechtlich ausgeschlossen – rechnen Sie 4 bis 8 Wochen für die behördliche Prüfung ein, bevor Sie hier Sicherheit haben.
  3. Wenn das Budget die Bohrkosten von 50 bis 100 Euro je Meter nicht trägt, dann spricht der Preisvorteil der Luftwärmepumpe von oft 10.000 bis 15.000 Euro klar für die Luft-Wasser-Bauart.
  4. Wenn Sie das Haus über 20 Jahre selbst bewohnen und Effizienz priorisieren, dann spielt die Erdwärme mit einer Jahresarbeitszahl von 4,5 statt 3,5 ihren Verbrauchsvorteil von 20 bis 25 Prozent über die gesamte Laufzeit aus.
  5. Wenn der Grenzabstand zur Nachbarbebauung unter 3 Metern liegt, dann wird der Schallschutz einer Außeneinheit aufwendig, und die geräuschlose Erdwärme gewinnt trotz höherer Kosten an Attraktivität.
  6. Wenn eine Photovoltaikanlage mit Speicher geplant ist, dann profitiert die stromhungrigere Luftwärmepumpe mit ihrem Mehrverbrauch von rund 510 Kilowattstunden pro Jahr überproportional vom günstigen Eigenstrom.
  7. Wenn das Fertighaus eine Fußbodenheizung mit 30 bis 35 Grad Celsius Vorlauf besitzt, dann schrumpft der reale Kostenabstand beider Systeme auf oft nur einige Hundert Euro pro Jahr, sodass Machbarkeit und Budget den Ausschlag geben.
  8. Wenn nach diesen Prüfungen kein klares Bild entsteht, dann lassen Sie eine Vollkostenrechnung über 20 Jahre aufstellen, die Investition, Bohrung, Stromverbrauch, Wartung und Förderung in einer Summe zwischen rund 37.000 und 46.000 Euro zusammenführt.

Für die Erdwärme spricht, wenn …

  • das Grundstück eine Bohrung oder große Kollektorfläche zulässt
  • die Wasserbehörde die Erdsonde genehmigt
  • Sie das Haus über 20 Jahre selbst bewohnen
  • höchste Effizienz mit einer Jahresarbeitszahl bis 5,0 zählt
  • der Grenzabstand unter 3 Metern gegen eine Außeneinheit spricht

Für die Luftwärmepumpe spricht, wenn …

  • das Grundstück klein ist oder eine Bohrung ausscheidet
  • das Budget für 15.000 bis 30.000 Euro reichen soll
  • Sie schnell einziehen und zügig heizen möchten
  • ein Wasserschutzgebiet die Erdsonde ausschließt
  • ein schallarmer Aufstellort mit Abstand zur Grenze möglich ist

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Wann ist die Erdwärmepumpe die richtige Wahl?
Die Erdwärmepumpe passt, sobald Ihr Grundstück eine Bohrung oder Kollektorfläche zulässt und die untere Wasserbehörde zustimmt. Bei einer Jahresarbeitszahl von 4,0 bis 5,0 senkt sie den Stromverbrauch spürbar. Sie eignet sich besonders, wenn Sie das Haus über 20 Jahre selbst bewohnen und die höhere Investition von 27.000 bis 45.000 Euro tragen können.
Warum ist die Luftwärmepumpe günstiger in der Anschaffung?
Die Luftwärmepumpe kostet in der Anschaffung marktüblich 15.000 bis 30.000 Euro, weil eine teure Erdbohrung entfällt. Sie besteht im Kern aus einer Außeneinheit mit Ventilator und einem Innengerät, die sich innerhalb weniger Tage montieren lassen. Der Preisvorteil gegenüber der Erdwärme liegt häufig bei 10.000 bis 15.000 Euro, geht aber mit einem etwas höheren Stromverbrauch einher.
Was bedeutet die Jahresarbeitszahl konkret?
Die Jahresarbeitszahl beschreibt, wie viel Wärme eine Wärmepumpe aus einer Kilowattstunde Strom gewinnt. Ein Wert von 4,5 liefert aus einer Kilowattstunde rund 4,5 Kilowattstunden Wärme, ein Wert von 3,5 entsprechend weniger. Der Unterschied zwischen 4,5 und 3,5 entspricht einem Mehrverbrauch von etwa 20 bis 25 Prozent bei gleichem Wärmebedarf des Hauses.
Wie teuer ist eine Erdsonden-Bohrung?
Eine Erdsonden-Bohrung kostet marktüblich 50 bis 100 Euro pro Bohrmeter, abhängig von Geologie und Bohrtiefe. Bei einer Sonde von 80 Metern ergeben sich daraus rund 4.000 bis 8.000 Euro, größere Anlagen benötigen mehrere Sonden. Der endgültige Preis lässt sich erst nach einem geologischen Gutachten sicher beziffern, weil der Untergrund die Bohrleistung stark beeinflusst.
Braucht die Erdwärmepumpe immer eine Genehmigung?
Ja, eine Erdsonden-Bohrung ist bei der unteren Wasserbehörde anzuzeigen und genehmigungspflichtig. Die Behörde prüft, ob der Standort in einem Wasserschutzgebiet liegt und ob das Grundwasser berührt wird. In sensiblen Zonen ist die Bohrung stark eingeschränkt oder ganz ausgeschlossen. Rechnen Sie für das Verfahren mit rund 4 bis 8 Wochen Bearbeitungszeit, bevor gebohrt werden darf.
Wie laut ist eine Luftwärmepumpe im Betrieb?
Die Außeneinheit einer Luftwärmepumpe erzeugt ein Ventilatorgeräusch, das an der Grundstücksgrenze die Richtwerte der TA Lärm einhalten muss. In Wohngebieten gelten nachts oft rund 35 Dezibel. Ein gut gewählter Aufstellort mit mehreren Metern Abstand zur Nachbarbebauung und ein leises Gerät lösen das Thema in aller Regel zuverlässig.
Wie viel Fläche braucht ein Flächenkollektor?
Ein Flächenkollektor beansprucht etwa das Anderthalb- bis Zweifache der beheizten Wohnfläche und muss dauerhaft unbebaut bleiben. Für ein Haus mit 140 Quadratmetern Wohnfläche sind das rund 210 bis 280 Quadratmeter Gartenfläche. Auf kleinen Stadtgrundstücken scheidet diese Variante meist aus, sodass nur eine Erdsonden-Bohrung oder die Luftwärmepumpe bleibt.
Wie werden beide Bauarten im Neubau gefördert?
Im Neubau läuft die Förderung nicht über den Heizungszuschuss, sondern über KfW-Programme wie „Klimafreundlicher Neubau“. Diese vergeben zinsgünstige Kredite mit Tilgungsvorteil, sofern das Haus die Effizienzhaus-40-Anforderung erfüllt; eine Wärmepumpe unterstützt dieses Ziel. Der BEG-Einzelmaßnahmen-Zuschuss von bis zu 70 Prozent gilt dagegen nur beim Heizungstausch im Bestand. Prüfen Sie die aktuellen Konditionen vor jeder Antragstellung.
Rechnet sich die teurere Erdwärme über die Laufzeit?
Ob sich die Mehrinvestition von oft 10.000 bis 15.000 Euro amortisiert, hängt vom Strompreis, vom Wärmebedarf und vom Eigenverbrauch einer Photovoltaikanlage ab. In gut gedämmten Fertighäusern mit kurzer Heizperiode fällt der Effizienzvorsprung in absoluten Euro-Beträgen kleiner aus. Über 20 Jahre gerechnet liegen beide Systeme im Beispiel bei rund 37.000 bis 46.000 Euro Gesamtkosten.
Welche Bauart passt zu einem gut gedämmten Fertighaus?
In einem modernen Fertighaus mit Fußbodenheizung und niedriger Vorlauftemperatur von etwa 30 bis 35 Grad Celsius arbeiten beide Bauarten günstig. Der Wärmebedarf ist niedrig, sodass der reale Kostenabstand oft nur einige Hundert Euro pro Jahr beträgt. Deshalb entscheiden hier meist Grundstück, Genehmigung und Budget stärker als die reine Effizienz der Wärmequelle.
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