Haus sanieren: alle Kosten im Überblick
Ob älteres Wohnhaus, Altbau oder in die Jahre gekommenes Fertighaus: Als Fertighaus Experte beziffern wir die realistischen Sanierungskosten pro Gewerk, zeigen, wann sich Sanieren gegenüber Abriss und Neubau rechnet, und nennen die Förderungen, die Sie unbedingt einplanen sollten.
Sanierungskosten nach Gewerk
Die folgenden Richtwerte basieren auf marktüblichen Handwerkerpreisen und auf dem Preisniveau, das das Statistische Bundesamt ausweist. Der tatsächliche Endpreis hängt stark von Region, Zustand und gewählter Ausführung ab. Als Rechenbeispiel dient ein Einfamilienhaus mit rund 140 m² Wohnfläche.
| Gewerk | Kostenrahmen | Beispiel / Hinweis |
|---|---|---|
| Dach (Neueindeckung inkl. Dämmung) | 200 – 350 €/m² | 28.000 – 49.000 € (140 m² Dachfläche) |
| Fenster (Austausch, 3-fach verglast) | 600 – 1.100 € je Fenster | 9.000 – 16.500 € (15 Fenster) |
| Heizung (Wärmepumpe statt Öl/Gas) | 22.000 – 38.000 € | samt Speicher und hydraulischem Abgleich |
| Fassadendämmung (WDVS) | 150 – 250 €/m² | 24.000 – 40.000 € (160 m² Fassade) |
| Badsanierung (komplett) | 12.000 – 25.000 € je Bad | abhängig von Größe und Ausstattung |
| Elektrik (Neuinstallation) | 90 – 150 €/m² | 12.600 – 21.000 € (140 m² Wohnfläche) |
| Kernsanierung komplett | 1.400 – 2.500 €/m² | ≈ 200.000 – 350.000 € (140 m²) |
Stand, ohne Gewähr. Preise einschließlich Material und Montage; regionale Aufschläge sind denkbar.
Renovieren, sanieren, modernisieren: wo liegt der Unterschied?
Beim Renovieren geht es um die Optik: neue Böden, frische Farbe, eine erneuerte Küche. Das Sanieren dagegen behebt echte Schäden – feuchte Kellerwände, undichte Dächer, marode Elektrik. Modernisieren wiederum hebt den technischen Standard, etwa durch Dämmung, dreifach verglaste Fenster oder eine Wärmepumpe. Wer ein altes Haus flottmachen will, kombiniert meist alle drei Ebenen. Genau deshalb schwanken die Gesamtkosten so stark: Eine reine Auffrischung kostet wenige Zehntausend Euro, eine Kernsanierung rückt preislich schon nah an einen Neubau heran.
Sanieren oder besser abreißen und neu bauen?
Das ist die Schlüsselfrage vor jeder großen Investition. Eine bewährte Faustregel lautet: Übersteigen die Sanierungskosten rund 75 Prozent der Kosten eines vergleichbaren Neubaus, ist Abriss mit anschließendem Neubau meist die wirtschaftlichere Wahl. Ein schlüsselfertiges Fertighaus kostet etwa 2.400 bis 2.900 € je Quadratmeter, dazu kommen Baunebenkosten und der Abriss (rund 15.000 bis 30.000 €). Bei einem stark heruntergewirtschafteten Altbau reißt eine Kernsanierung diese Schwelle schnell – und liefert am Ende trotzdem nur einen ertüchtigten Altbau statt eines Neubaus mit voller Restlebensdauer.
Für den Neubau sprechen neben der Substanz auch der Energiestandard: Ein neues Effizienzhaus erreicht mühelos EH 55 oder besser, ist förderfähig und verursacht über Jahrzehnte niedrige Betriebskosten. Die energetischen Mindestanforderungen für Bestand und Neubau regelt das Gebäudeenergiegesetz (GEG) fest. Für die Sanierung sprechen die gewohnte Wohnumgebung, geringere Nebenkosten für Erschließung und Genehmigung sowie – bei solider Substanz – ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis. Kalkulieren Sie beide Wege gründlich durch. Unser Kostenrechner liefert Ihnen die realistische Neubausumme als Vergleichsmaßstab.
Förderung für die Sanierung mit KfW und BEG
Die Sanierung wird über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) unterstützt. Für einzelne Maßnahmen an der Gebäudehülle – etwa die Dämmung von Dach, Fassade oder Keller sowie neue Fenster – zahlt die BAFA 15 Prozent Zuschuss, plus 5 Prozent iSFP-Bonus, sofern ein individueller Sanierungsfahrplan vorliegt. Für die Komplettsanierung zum Effizienzhaus bietet die KfW den Förderkredit 261 mit einem Tilgungszuschuss von bis zu 45 Prozent. Den Heizungstausch – also den Umstieg von Öl oder Gas auf eine Wärmepumpe – fördert die KfW mit bis zu 70 Prozent Zuschuss (Grundförderung sowie Klima-, Einkommens- und Effizienzbonus). Alle Programme im Detail finden Sie auf unserer Seite Förderungen im Überblick.
Altbau und älteres Fertighaus: das ist zu beachten
Vor der Sanierung eines Altbaus lohnt ein prüfender Blick auf Statik, Feuchtigkeit und Schadstoffe. In Gebäuden bis in die 1990er-Jahre finden sich oft Asbest in Bodenbelägen und Dachplatten, künstliche Mineralfasern in der alten Dämmung oder veraltete Elektroinstallationen ohne Fehlerstromschutzschalter. All das treibt die Kosten in die Höhe und muss fachgerecht entsorgt werden.
Ein alter Fertighaus-Bestand aus den 1960er- bis 1980er-Jahren – überwiegend in Holztafel- oder Holzständerbauweise – lässt sich energetisch gut nachrüsten, denn die leichte Konstruktion erlaubt eine Aufsparren- oder Vorsatzdämmung. Prüfen Sie hier gezielt auf Formaldehyd aus alten Spanplatten sowie Holzschutzmittel wie PCP oder Lindan. Ist die Belastung zu hoch, kann ein Ersatzneubau die gesündere und langfristig günstigere Lösung sein. Diese Punkte klärt ein Energieberater im individuellen Sanierungsfahrplan.
1.400 – 2.500 €/m²
Kernsanierung eines Einfamilienhauses, je nach Zustand.
75-Prozent-Regel
Über 75 % der Neubaukosten? Dann lohnt sich Abriss und Neubau oft eher.
bis 70 % Zuschuss
KfW-Förderung für den Umstieg der Heizung auf eine Wärmepumpe.
15 % + 5 % Bonus
BAFA-Zuschuss für Einzelmaßnahmen plus iSFP-Bonus.
Sanieren oder neu bauen? Angebote vergleichen
- Gratis & unverbindlich
- SSL-verschlüsselt
- Rückmeldung in 24 h
Welche Fertighaus-Art entspricht Ihrem Wunsch am ehesten?
Persönliche Antwort innerhalb von 24 Stunden
Häufige Fragen zu den Sanierungskosten
Klare Antworten zu Kosten, Förderung und der Wahl zwischen Sanieren und Neubau – aktualisiert.
