KfW-Kredit für den Hauskauf: sämtliche Programme im Überblick
Die KfW-Bank vergibt zinsgünstige Förderkredite für Kauf und Bau von Wohneigentum. Als Fertighaus Experte zeigen wir Ihnen, welches KfW-Programm zu Ihrem Vorhaben passt, wie hoch die Kreditsummen ausfallen und wie der Antrag über die Hausbank abläuft.
KfW-Programme für Hauskauf und Neubau
Die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) ist Deutschlands größte Förderbank. Für Privatpersonen, die ein Haus kaufen oder bauen wollen, zählen vor allem diese fünf Programme. Die Kreditsummen und Bedingungen beziehen sich auf den Stand – die verbindlichen Konditionen veröffentlicht die KfW tagesaktuell.
| Programm | Zweck | Max. Kreditsumme | Bedingung |
|---|---|---|---|
| KfW 124 Wohneigentumsprogramm | Kauf oder Bau von selbst genutztem Wohneigentum (Neubau & Bestand) | bis 100.000 € | ohne Einkommensgrenze, kein Energiestandard erforderlich |
| KfW 297 / 298 Klimafreundlicher Neubau | Neubau oder Ersterwerb eines klimafreundlichen Effizienzhauses | bis 100.000 € (mit QNG bis 150.000 €) je Wohneinheit | Effizienzhaus 40 / QNG-Nachhaltigkeitssiegel |
| KfW 300 Wohneigentum für Familien | Neubau/Ersterwerb eines klimafreundlichen Hauses durch Familien | bis 270.000 € je nach Kinderzahl & Standard | min. 1 minderjähriges Kind, Einkommensgrenze, EH 40 |
| KfW 308 Jung kauft Alt | Erwerb & Sanierung unsanierter Bestandsgebäude durch Familien | bis 150.000 € je nach Kinderzahl | min. 1 minderjähriges Kind, Einkommensgrenze, Sanierungspflicht |
| KfW 358 / 359 Ergänzungskredit | Zusätzlicher zinsgünstiger Kredit begleitend zur Zuschussförderung | bis 120.000 € je Wohneinheit | ergänzend zu förderfähiger Maßnahme, ggf. Einkommensbonus |
Angaben mit Stand, ohne Gewähr. Kreditsummen, Zinssätze und Einkommensgrenzen können sich ändern. Verbindliche Auskunft erteilt die KfW – Förderung für Privatpersonen.
KfW-Kredite: der zinsgünstige Hebel in Ihrer Finanzierung
KfW-Kredite der Kreditanstalt für Wiederaufbau ersetzen die klassische Baufinanzierung nicht, sondern ergänzen sie. So sieht es in der Praxis aus: Den überwiegenden Teil des Kaufpreises decken Sie über ein Annuitätendarlehen Ihrer Hausbank. Darauf setzen Sie einen oder mehrere KfW-Förderkredite als besonders zinsgünstige Bausteine – zusammen mit Ihrem Eigenkapital entsteht daraus die Gesamtfinanzierung. Da die KfW-Zinsen deutlich unter dem freien Marktzins liegen, senkt jeder Förder-Baustein die durchschnittliche Zinslast Ihres gesamten Darlehens.
Für Familien mit minderjährigen Kindern lohnt ein genauer Blick besonders. Die stärksten Zinsverbilligungen bieten die Programme „Wohneigentum für Familien“ (300) und „Jung kauft Alt“ (308) – allerdings gebunden an Einkommensgrenzen und beim Neubau an das Effizienzhaus-40-Niveau. Wer diese Grenzen überschreitet oder eine Bestandsimmobilie ohne Sanierungspflicht erwerben will, greift zum einkommensunabhängigen Wohneigentumsprogramm (124) mit bis zu 100.000 Euro.
So läuft die Antragstellung über Ihre finanzierende Bank
Anders als beim staatlichen Zuschuss beantragen Sie KfW-Kredite nie direkt bei der Förderbank, sondern über Ihre finanzierende Bank oder einen Vermittler – dieses Verfahren heißt Durchleitprinzip. Auf die Reihenfolge kommt es an: Der Antrag muss vor dem Abschluss verbindlicher Kauf-, Liefer- oder Leistungsverträge und vor Baubeginn bei der KfW vorliegen. Wer zuerst den Kaufvertrag unterschreibt und erst danach den Förderkredit beantragt, verliert die Förderfähigkeit. Bei energiegebundenen Programmen bestätigt zusätzlich ein Energieeffizienz-Experte den geforderten Standard.
Reine Zuschüsse – etwa für den altersgerechten Umbau – beantragen Privatpersonen hingegen selbst und online über das KfW-Zuschussportal. Auch hier gilt: erst beantragen, dann beauftragen. Einen ausführlichen Überblick über alle Förderungen für Ihr Bauvorhaben bietet unser Ratgeber zu den Fördermitteln für den Hausbau sowie speziell zur KfW-Förderung. Welche Programme konkret zu Ihrer Situation passen, ermittelt der Förder-Finder in wenigen Schritten.
Fertighaus plus KfW-Kredit: ein starkes Duo
Besonders Fertighaus-Bauherren profitieren von KfW-Krediten, da viele Anbieter den Effizienzhaus-40-Standard bereits serienmäßig erfüllen – also genau die Anforderung der höchstgeförderten Programme „Klimafreundlicher Neubau“ und „Wohneigentum für Familien“. Der verbindliche Festpreis eines Fertighauses erleichtert zudem der Bank die Kalkulation und Ihnen die Antragstellung, weil Bausumme und Bauzeit früh feststehen. Wer beides kombiniert – förderfähiges Fertighaus plus KfW-Kredit – finanziert sein Eigenheim deutlich günstiger als mit einem reinen Bankdarlehen.
Was für einen KfW-Kredit spricht
- Zinssatz deutlich unter dem freien Marktzins
- Hohe Kreditsummen als Baustein der Bankfinanzierung
- Für Familien besonders kräftige Zinsverbilligung
- Auch beim Kauf von Bestandsimmobilien nutzbar
- Programme lassen sich oft kombinieren
In drei Schritten zum Förderkredit
- 1
Programm und Anbieter festlegen
Klären, welches KfW-Programm zu Ihrem Vorhaben passt, und einen förderfähigen (Fertighaus-)Anbieter finden.
- 2
Antrag noch vor der Unterschrift stellen
Ihre Bank oder ein Vermittler reicht den KfW-Antrag ein – und zwar bevor Sie Kauf- oder Bauverträge unterzeichnen.
- 3
Auszahlung und Verzahnung
Ist die Zusage da, fließt der Förderkredit als fester Bestandteil in Ihre Gesamtfinanzierung ein.
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