Grundstücks-Check: Was ist hier baubar?
Bevor Sie ein Grundstück kaufen, sollten Sie wissen, wie viel Haus überhaupt darauf Platz findet. Dieser Check ermittelt anhand von Bundesland, Lage und Größe Ihre bebaubare Wohnfläche, eine realistische Bodenrichtwert-Spanne und mögliche Erschließungskosten – Stand.
Angaben zu Ihrer Parzelle
Unverbindliche Abschätzung anhand üblicher Bebauungsplan-Werte. Maßgeblich ist einzig der Bebauungsplan Ihrer Gemeinde – prüfen Sie ihn vor jedem Kauf.
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Vom Grundstück zum Haus: so lesen Sie das Ergebnis richtig
Ein Grundstück ist mehr als ein Preis pro Quadratmeter. Ob und wie viel Sie darauf bauen dürfen, legt nicht der Verkäufer fest, sondern das Baurecht Ihrer Gemeinde. Zwei Kennzahlen aus dem Bebauungsplan stecken den Rahmen ab: die Grundflächenzahl (GRZ) und die Geschossflächenzahl (GFZ). Die GRZ bestimmt, welcher Anteil des Grundstücks überhaupt überbaut werden darf – Terrasse, Garage und Zufahrt zählen dabei anteilig mit. Die GFZ begrenzt die Summe aller Geschossflächen und entscheidet damit indirekt, ob Sie ein- oder zweigeschossig bauen. Unser Grundstücks-Check verbindet beide Werte mit üblichen Spannen für den jeweiligen Lagetyp und zieht einen vorsichtigen Abschlag ab, damit Sie eine realistische statt einer geschönten Wohnfläche erhalten.
Woran liegt es, dass die Werte zwischen Großstadt und Land so weit auseinanderklaffen? In dicht bebauten Innenstädten liegen GRZ und GFZ hoch, weil der knappe Boden intensiv ausgenutzt werden soll – hier sind zwei Vollgeschosse und eine kompakte Bauweise üblich. Am Stadtrand und in Kleinstädten dominieren aufgelockerte Wohngebiete mit niedrigeren Kennzahlen, dafür jedoch größeren Grundstücken. Im ländlichen Raum wiederum geben zahlreiche Bebauungspläne bewusst eine dörfliche, eingeschossige Bebauung vor. Eben deshalb führt derselbe Quadratmeterwert je nach Lage zu einer ganz anderen bebaubaren Wohnfläche. Wer das begreift, vermeidet den häufigsten Fehler beim Grundstückskauf: ein großes, aber preiswertes Grundstück zu kaufen, auf dem das Wunschhaus baurechtlich überhaupt nicht genehmigungsfähig ist.
Bodenrichtwert, Kaufpreis und die verborgenen Nebenkosten
Der Bodenrichtwert ist ein amtlicher Durchschnittswert je Zone und dient als Orientierung – der reale Kaufpreis kann deutlich darüber liegen, etwa bei Eckgrundstücken, Südlage oder in besonders begehrten Vierteln. Die in diesem Check hinterlegten Spannen sind kuratierte Orientierungswerte für baureifes Wohnbauland und ersetzen den parzellengenauen amtlichen Wert nicht. Diesen erhalten Sie über die BORIS-Portale der Bundesländer sowie über die zentrale BORIS-D-Plattform der Gutachterausschüsse. Für die konkrete Kaufentscheidung sollten Sie zudem den Grundbuchauszug, den Flächennutzungsplan und – sofern vorhanden – ein Baugrundgutachten einsehen.
Häufig zu niedrig angesetzt werden die Nebenkosten des Grundstückskaufs: Grunderwerbsteuer je nach Bundesland zwischen 3,5 und 6,5 Prozent, Notar- und Grundbuchkosten von rund 1,5 bis 2 Prozent sowie – sofern ein Makler beteiligt ist – die Käuferprovision. Handelt es sich um ein unerschlossenes Grundstück, summieren sich Hausanschlüsse und Erschließungsbeiträge schnell auf einen fünfstelligen Betrag. Wie sich diese Positionen im Einzelnen zusammensetzen und welche Reihenfolge ratsam ist, lesen Sie in unserem Ratgeber Grundstück erschließen. Die aktuellen regionalen Bodenpreise ordnen Sie ergänzend mit unserer Übersicht Grundstückspreise ein.
Erst prüfen, dann bauen: die weiteren Schritte
Nutzen Sie das Ergebnis dieses Checks als Startpunkt für eine strukturierte Prüfung. Fordern Sie zuerst den gültigen Bebauungsplan bei der Gemeinde an und lassen Sie sich Baugrenzen, zulässige Dachformen und Firsthöhen erklären. Existiert kein Bebauungsplan, richtet sich die Zulässigkeit nach dem Einfügungsgebot der umgebenden Bebauung (§ 34 BauGB) – hier zahlt sich eine kostenpflichtige Bauvoranfrage aus, die Ihnen Rechtssicherheit gibt, bevor Geld fließt. Wie Sie ein Grundstück systematisch beurteilen, welche Unterlagen Sie brauchen und worauf Sie bei Altlasten, Baugrund und Hanglage achten sollten, erläutert unser Ratgeber Grundstück finden und bewerten. Ist das Grundstück gewählt, folgt die passende Haustyp-Entscheidung: Für kompakte Parzellen bieten sich ein Doppelhaus oder ein Bungalow an, für großzügige Grundstücke ein Einfamilienhaus oder eine Stadtvilla. Und wollen Sie Bau- und Grundstückskosten als eine Gesamtsumme sehen, hilft Ihnen der Kostenrechner.
Grundstücks-Check, bebaubare Fläche und Bodenrichtwert – die meistgestellten Fragen
Was darf ich auf meinem Grundstück bauen?
Wie viel Sie bauen dürfen, ergibt sich aus dem Bebauungsplan Ihrer Gemeinde – insbesondere aus Grundflächenzahl (GRZ), Geschossflächenzahl (GFZ), Baugrenzen und der zulässigen Anzahl der Vollgeschosse. Der Grundstücks-Check berechnet daraus eine bebaubare Wohnfläche, die Sie im Anschluss mit dem konkreten Bebauungsplan abgleichen sollten.
Wie groß muss das Grundstück für ein Einfamilienhaus sein?
Als grobe Faustregel dienen 400 bis 700 m² für ein freistehendes Einfamilienhaus mit Garten. Entscheidend ist allerdings nicht die reine Fläche, sondern die zulässige GRZ: Bei einer GRZ von 0,3 lassen sich auf 500 m² etwa 150 m² überbauen – für ein Einfamilienhaus in der Regel genügend.
Welche Preise sind für ein Baugrundstück zu erwarten?
Die Preise bewegen sich von rund 60 €/m² im ländlichen Nordosten bis über 3.000 €/m² in Metropolen wie München. Innerhalb desselben Bundeslandes entscheidet der Lagetyp: Großstadtlagen kosten ein Vielfaches vergleichbarer ländlicher Grundstücke.
Erschlossen oder unerschlossen – was ist wichtig?
Ein erschlossenes Grundstück besitzt an der Grenze bereits Anschlüsse für Strom, Wasser, Abwasser und Telekommunikation. Bei unerschlossenen oder teilerschlossenen Grundstücken sollten Sie 15.000 bis 45.000 € Reserve einplanen und offene Erschließungsbeiträge vor dem Kauf mit der Gemeinde abklären.
Häufige Fragen zum Grundstücks-Check
Antworten auf die zentralen Fragen zu bebaubarer Fläche, GRZ und GFZ, Bodenrichtwerten und Erschließung – damit Sie Ihr Grundstück zuverlässig einschätzen.
