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Grundstücks-Check: Was ist hier baubar?

Bevor Sie ein Grundstück kaufen, sollten Sie wissen, wie viel Haus überhaupt darauf Platz findet. Dieser Check ermittelt anhand von Bundesland, Lage und Größe Ihre bebaubare Wohnfläche, eine realistische Bodenrichtwert-Spanne und mögliche Erschließungskosten – Stand.

Angaben zu Ihrer Parzelle

200 m²2.000 m²

Unverbindliche Abschätzung anhand üblicher Bebauungsplan-Werte. Maßgeblich ist einzig der Bebauungsplan Ihrer Gemeinde – prüfen Sie ihn vor jedem Kauf.

Vermutlich bebaubare Wohnfläche*

246 m² – 394 m²
Überbaubare Grundfläche150 m² – 210 m²
Bodenrichtwert-Spanne550 – 1400 €/m²
Geschätzter Grundstückspreis330.000 € – 840.000 €
Erschließungbereits erschlossen

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Vom Grundstück zum Haus: so lesen Sie das Ergebnis richtig

Ein Grundstück ist mehr als ein Preis pro Quadratmeter. Ob und wie viel Sie darauf bauen dürfen, legt nicht der Verkäufer fest, sondern das Baurecht Ihrer Gemeinde. Zwei Kennzahlen aus dem Bebauungsplan stecken den Rahmen ab: die Grundflächenzahl (GRZ) und die Geschossflächenzahl (GFZ). Die GRZ bestimmt, welcher Anteil des Grundstücks überhaupt überbaut werden darf – Terrasse, Garage und Zufahrt zählen dabei anteilig mit. Die GFZ begrenzt die Summe aller Geschossflächen und entscheidet damit indirekt, ob Sie ein- oder zweigeschossig bauen. Unser Grundstücks-Check verbindet beide Werte mit üblichen Spannen für den jeweiligen Lagetyp und zieht einen vorsichtigen Abschlag ab, damit Sie eine realistische statt einer geschönten Wohnfläche erhalten.

Woran liegt es, dass die Werte zwischen Großstadt und Land so weit auseinanderklaffen? In dicht bebauten Innenstädten liegen GRZ und GFZ hoch, weil der knappe Boden intensiv ausgenutzt werden soll – hier sind zwei Vollgeschosse und eine kompakte Bauweise üblich. Am Stadtrand und in Kleinstädten dominieren aufgelockerte Wohngebiete mit niedrigeren Kennzahlen, dafür jedoch größeren Grundstücken. Im ländlichen Raum wiederum geben zahlreiche Bebauungspläne bewusst eine dörfliche, eingeschossige Bebauung vor. Eben deshalb führt derselbe Quadratmeterwert je nach Lage zu einer ganz anderen bebaubaren Wohnfläche. Wer das begreift, vermeidet den häufigsten Fehler beim Grundstückskauf: ein großes, aber preiswertes Grundstück zu kaufen, auf dem das Wunschhaus baurechtlich überhaupt nicht genehmigungsfähig ist.

Bodenrichtwert, Kaufpreis und die verborgenen Nebenkosten

Der Bodenrichtwert ist ein amtlicher Durchschnittswert je Zone und dient als Orientierung – der reale Kaufpreis kann deutlich darüber liegen, etwa bei Eckgrundstücken, Südlage oder in besonders begehrten Vierteln. Die in diesem Check hinterlegten Spannen sind kuratierte Orientierungswerte für baureifes Wohnbauland und ersetzen den parzellengenauen amtlichen Wert nicht. Diesen erhalten Sie über die BORIS-Portale der Bundesländer sowie über die zentrale BORIS-D-Plattform der Gutachterausschüsse. Für die konkrete Kaufentscheidung sollten Sie zudem den Grundbuchauszug, den Flächennutzungsplan und – sofern vorhanden – ein Baugrundgutachten einsehen.

Häufig zu niedrig angesetzt werden die Nebenkosten des Grundstückskaufs: Grunderwerbsteuer je nach Bundesland zwischen 3,5 und 6,5 Prozent, Notar- und Grundbuchkosten von rund 1,5 bis 2 Prozent sowie – sofern ein Makler beteiligt ist – die Käuferprovision. Handelt es sich um ein unerschlossenes Grundstück, summieren sich Hausanschlüsse und Erschließungsbeiträge schnell auf einen fünfstelligen Betrag. Wie sich diese Positionen im Einzelnen zusammensetzen und welche Reihenfolge ratsam ist, lesen Sie in unserem Ratgeber Grundstück erschließen. Die aktuellen regionalen Bodenpreise ordnen Sie ergänzend mit unserer Übersicht Grundstückspreise ein.

Erst prüfen, dann bauen: die weiteren Schritte

Nutzen Sie das Ergebnis dieses Checks als Startpunkt für eine strukturierte Prüfung. Fordern Sie zuerst den gültigen Bebauungsplan bei der Gemeinde an und lassen Sie sich Baugrenzen, zulässige Dachformen und Firsthöhen erklären. Existiert kein Bebauungsplan, richtet sich die Zulässigkeit nach dem Einfügungsgebot der umgebenden Bebauung (§ 34 BauGB) – hier zahlt sich eine kostenpflichtige Bauvoranfrage aus, die Ihnen Rechtssicherheit gibt, bevor Geld fließt. Wie Sie ein Grundstück systematisch beurteilen, welche Unterlagen Sie brauchen und worauf Sie bei Altlasten, Baugrund und Hanglage achten sollten, erläutert unser Ratgeber Grundstück finden und bewerten. Ist das Grundstück gewählt, folgt die passende Haustyp-Entscheidung: Für kompakte Parzellen bieten sich ein Doppelhaus oder ein Bungalow an, für großzügige Grundstücke ein Einfamilienhaus oder eine Stadtvilla. Und wollen Sie Bau- und Grundstückskosten als eine Gesamtsumme sehen, hilft Ihnen der Kostenrechner.

Grundstücks-Check, bebaubare Fläche und Bodenrichtwert – die meistgestellten Fragen

Was darf ich auf meinem Grundstück bauen?

Wie viel Sie bauen dürfen, ergibt sich aus dem Bebauungsplan Ihrer Gemeinde – insbesondere aus Grundflächenzahl (GRZ), Geschossflächenzahl (GFZ), Baugrenzen und der zulässigen Anzahl der Vollgeschosse. Der Grundstücks-Check berechnet daraus eine bebaubare Wohnfläche, die Sie im Anschluss mit dem konkreten Bebauungsplan abgleichen sollten.

Wie groß muss das Grundstück für ein Einfamilienhaus sein?

Als grobe Faustregel dienen 400 bis 700 m² für ein freistehendes Einfamilienhaus mit Garten. Entscheidend ist allerdings nicht die reine Fläche, sondern die zulässige GRZ: Bei einer GRZ von 0,3 lassen sich auf 500 m² etwa 150 m² überbauen – für ein Einfamilienhaus in der Regel genügend.

Welche Preise sind für ein Baugrundstück zu erwarten?

Die Preise bewegen sich von rund 60 €/m² im ländlichen Nordosten bis über 3.000 €/m² in Metropolen wie München. Innerhalb desselben Bundeslandes entscheidet der Lagetyp: Großstadtlagen kosten ein Vielfaches vergleichbarer ländlicher Grundstücke.

Erschlossen oder unerschlossen – was ist wichtig?

Ein erschlossenes Grundstück besitzt an der Grenze bereits Anschlüsse für Strom, Wasser, Abwasser und Telekommunikation. Bei unerschlossenen oder teilerschlossenen Grundstücken sollten Sie 15.000 bis 45.000 € Reserve einplanen und offene Erschließungsbeiträge vor dem Kauf mit der Gemeinde abklären.

Häufige Fragen zum Grundstücks-Check

Antworten auf die zentralen Fragen zu bebaubarer Fläche, GRZ und GFZ, Bodenrichtwerten und Erschließung – damit Sie Ihr Grundstück zuverlässig einschätzen.

Wie berechnet der Grundstücks-Check die bebaubare Wohnfläche?
Der Check multipliziert Ihre Grundstücksgröße mit der für den Lagetyp üblichen Geschossflächenzahl (GFZ) und zieht davon einen vorsichtigen Abschlag für Wände, Verkehrsflächen und nicht anrechenbare Bereiche ab. Ergänzend prüft er über die Grundflächenzahl (GRZ), wie viel Grundstück überhaupt überbaut werden darf. Das Ergebnis ist eine bewusst zurückhaltende Schätzung – verbindlich ist stets der rechtsverbindliche Bebauungsplan Ihrer Gemeinde.
Was bedeuten GRZ und GFZ genau?
Die Grundflächenzahl (GRZ) beschreibt, welcher Anteil des Grundstücks bebaut werden darf: Eine GRZ von 0,3 erlaubt auf 600 m² Grundstück eine überbaute Fläche von 180 m². Die Geschossflächenzahl (GFZ) begrenzt die Summe aller Geschossflächen: Eine GFZ von 0,6 ergibt auf denselben 600 m² insgesamt 360 m² Geschossfläche. Beide Werte stehen im Bebauungsplan und bestimmen gemeinsam Ihre mögliche Wohnfläche.
Wie verlässlich sind die angezeigten Bodenrichtwerte?
Die hinterlegten Spannen sind kuratierte Orientierungswerte für baureifes Wohnbauland und streuen bewusst weit, da sich Preise selbst innerhalb einer Stadt stark voneinander unterscheiden. Den amtlichen, parzellengenauen Bodenrichtwert bekommen Sie kostenlos oder gegen eine geringe Gebühr über das BORIS-Portal Ihres Bundeslandes. Verwenden Sie unsere Spanne für die erste Budgetplanung, den amtlichen Wert für die konkrete Kaufentscheidung.
Woran erkenne ich, ob ein Grundstück erschlossen ist?
Erschlossen heißt, dass Strom, Wasser, Abwasser, oft Gas und Telekommunikation bis an die Grundstücksgrenze reichen und eine befahrbare Straße anliegt. Erkundigen Sie sich beim Verkäufer nach dem Erschließungsbescheid und bei der Gemeinde nach offenen Erschließungsbeiträgen. Ist ein Grundstück nur teilerschlossen oder liegt es im Außenbereich, können mehrere Zehntausend Euro an Nachrüstung entstehen – diese Summe sollten Sie unbedingt vor dem Kauf klären.
Warum ist das Ergebnis nur eine Schätzung?
Jedes Grundstück folgt individuellen Vorgaben: Baugrenzen, Firsthöhen, Dachformen, Abstandsflächen, Baumschutz, Denkmalschutz oder ein möglicher Anbauzwang können die tatsächlich realisierbare Wohnfläche merklich verändern. Der Grundstücks-Check ersetzt daher weder die Einsicht in den Bebauungsplan noch eine Bauvoranfrage. Er bietet Ihnen eine belastbare erste Größenordnung, mit der Sie gezielt in die Detailprüfung einsteigen.
Was kostet die Erschließung eines Grundstücks?
Für ein voll unerschlossenes Grundstück sollten Sie überschlägig mit 15.000 bis 45.000 Euro kalkulieren – je nach Entfernung zur nächsten Leitung, Bodenverhältnissen und Beiträgen der Kommune. Dazu zählen unter anderem Hausanschlüsse für Strom, Wasser, Abwasser und Telekommunikation sowie anteilige Straßenerschließungskosten. Ausführliche Zahlen und eine Positionsliste finden Sie in unserem Ratgeber zur Grundstückserschließung.
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