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Baufinanzierung: die monatliche Rate fürs Fertighaus

Die Bauzinsen liegen zwischen 3,2 % und 4,1 % – schon ein Zehntelpunkt summiert sich über die Laufzeit auf tausende Euro. Wir erläutern realistische Eigenkapital-Quoten, die passende Zinsbindung über 10/15/20 Jahre, alle aktuellen KfW-Programme inklusive WEF sowie Bereitstellungszinsen und rechnen einen vollständigen Tilgungsplan mit echter Monatsrate für ein 450.000-€-Vorhaben durch.

Stand: 02. Mai 2026
Lesezeit: 25 Min
Finanzierungsgespräch mit Tilgungsplan und Rechner – die Kreditkosten fürs Fertighaus im Überblick
bewegen sich die Bauzinsen bei 3,5 bis 4,5 Prozent – die Zinsbindung sorgfältig wählen.

Bei Bauzinsen zwischen 3,2 und 4,1 Prozent entscheidet vor allem die Finanzierung darüber, was Ihr Fertighaus am Ende wirklich kostet. Was das Vorhaben über 25 Jahre tatsächlich verursacht, ergibt sich aus dem Zusammenspiel von Eigenkapital, Zinsbindung, Tilgungssatz, KfW-Programmen, Bereitstellungszinsen und der Kombination mehrerer Darlehen. Der Fertighaus Experte rechnet in diesem Ratgeber einen vollständigen Tilgungsplan für ein 450.000-€-Projekt mit belastbaren Zahlen durch und zeigt, an welchen Preis-Stellschrauben sich beim Hausbau sparen lässt.

20–30 %
Empfohlenes Eigenkapital
Richtwert
3,2–4,1 %
Zinsspanne für Baukredite
10–20 J. Zinsbindung
270 k €
KfW-WEF-Darlehen
für Familien mit Kindern

Aus welchen Bausteinen sich Ihre Baufinanzierung zusammenfügt

Kurzantwort: Eine tragfähige Baufinanzierung setzt sich aus mehreren Preisbausteinen zusammen: dem Eigenkapital (mindestens 20 % der Gesamtkosten plus Nebenkosten), einem Annuitätendarlehen mit fester Zinsbindung über 10, 15 oder 20 Jahre, einem zinsgünstigen KfW-Förderkredit (WEF, KFN 297/298, 261) sowie wahlweise einem Bausparvertrag oder Versicherungsdarlehen. Als Sicherheit wird eine Grundschuld ins Grundbuch eingetragen. Ausgezahlt wird nach Baufortschritt in Raten – parallel dazu fallen auf noch nicht abgerufene Beträge Bereitstellungszinsen an, die den Gesamtpreis erhöhen.

Zunächst die wichtigsten Kostenbegriffe: Der Beleihungswert ist der von der Bank konservativ angesetzte Immobilienwert (meist 90 % des Verkehrswerts). Der Beleihungsauslauf gibt an, in welchem Verhältnis das Darlehen zu diesem Wert steht – je geringer, desto günstiger der Zins. Eine Beleihung von 60 Prozent liefert 0,3 bis 0,5 Prozentpunkte bessere Konditionen als eine von 80 Prozent, was über die Laufzeit mehrere Tausend Euro ausmacht. Das Sondertilgungsrecht wiederum ermöglicht es, jährlich bis zu 5 Prozent der Restschuld zusätzlich zu tilgen – kostenfrei und ohne Vorfälligkeitsentschädigung.

0,55 %
Mittlerer Bauzins 15 Jahre (2026)
0 Jahre
Mittlere Tilgungsdauer
0 %
Übliche Beleihungsspanne

Eigenkapital: welchen Hebel es bei den Kosten hat

Kurzantwort: Als absolutes Minimum erwarten Banken, dass wenigstens die Kaufnebenkosten (je nach Bundesland 8–14 %) aus Eigenkapital stammen. Preislich sinnvoll sind jedoch 20 bis 30 Prozent der Gesamtinvestition: Das senkt den Beleihungsauslauf, verbessert den Zins und drückt die Monatsrate. Bei einem 450.000-€-Vorhaben (Haus 380.000 € plus Grundstück 70.000 €) und 11 % Nebenkosten (49.500 €) liegt das Gesamtbudget bei 499.500 € – 25 % Eigenkapital entsprächen also rund 125.000 €. Wer darunter bleibt, kann günstige KfW-Programme einbinden oder einen Bausparvertrag als Tilgungsersatz nutzen. Wie Sie Ihr Eigenkapital für den Hausbau aufbauen und clever einsetzen, erklärt der eigene Ratgeber.

  • Guthaben auf dem Konto (Tages- oder Festgeld)
  • Sparbriefe, Aktien und Fondsanteile (mit Abschlag beim Verkauf)
  • Angespartes Bausparguthaben
  • Kapitalbildende Lebensversicherung (Rückkaufswert wird angerechnet)
  • Ein bereits vorhandenes Grundstück (Wert fließt ein)
  • Eigenleistung (Muskelhypothek, höchstens 15 % der Bausumme)
  • Schenkung oder Erbschaft (Schenkungssteuer bedenken)
  • Arbeitgeberdarlehen (zinsgünstig, meist in der Höhe begrenzt)

Was kostet eine Vollfinanzierung mehr?

Eine Finanzierung über 100 Prozent ganz ohne Eigenkapital ist möglich, aber deutlich teurer: Der Zinsaufschlag liegt meist bei 0,4 bis 0,8 Prozentpunkten. Auf ein Darlehen von 400.000 € bezogen sind das jährlich 1.600 bis 3.200 € Mehrzinsen. Ohne KfW setzen Vollfinanzierungen zudem ein stabiles Einkommen voraus – die Bank begrenzt die Monatsrate meist auf 35 bis 40 Prozent des Nettoeinkommens. Wer es irgendwie einrichten kann, sollte zumindest die Nebenkosten aus Eigenmitteln decken und so den Preisaufschlag vermeiden. Welche Wege es beim Hausbau ohne Eigenkapital gibt und für wen sie tragbar sind, zeigen wir gesondert.

Sollzinsbindung von 10, 15 oder 20 Jahren – der Preis der Planungssicherheit

Kurzantwort: Die Zinsbindung friert Ihre Konditionen für die gewählte Laufzeit ein und schützt so vor steigenden Zinsen – hat aber ihren Preis. Eine zehnjährige Bindung ist meist 0,15 bis 0,30 Prozentpunkte günstiger als eine 15-jährige, diese wiederum 0,15 bis 0,25 Punkte günstiger als eine über 20 Jahre. Ziehen die Zinsen an, macht sich die längere Bindung bezahlt; bleiben sie stabil oder sinken sie, ist die günstigere Zehn-Jahres-Variante mit Sondertilgungsrecht oft die klügere Wahl. Faustregel: Wer maximale Preissicherheit sucht, wählt 15 bis 20 Jahre – wer auf niedrige Kosten optimiert, 10 Jahre.

Marktübliche Konditionen nach Sollzinsbindung (bei 80 % Beleihung)

LaufzeitMedian-ZinsVor-/Nachteil
10 Jahre3,30–3,70 %günstiger Zins, Anschluss-Risiko
15 Jahre3,55–3,95 %guter Kompromiss
20 Jahre3,75–4,15 %Planungssicherheit, Aufschlag
25 Jahre3,90–4,30 %Vollabzahlung möglich, höchster Zins
Volltilgerdarlehen 15 J.3,45–3,85 %schon nach 15 J. schuldenfrei

Behalten Sie das Sonderkündigungsrecht nach § 489 BGB im Blick: Läuft ein Kredit zehn Jahre, können Sie ihn mit sechsmonatiger Frist ablösen – auch dann, wenn die vereinbarte Zinsbindung länger andauert. Wer also eine 20-jährige Bindung abschließt und nach zehn Jahren von gesunkenen Zinsen profitieren will, schichtet ohne Vorfälligkeitsentschädigung um. Das macht lange Zinsbindungen preislich attraktiver, als es der reine Zinssatz auf den ersten Blick nahelegt. Welche Laufzeit zu Ihrer Situation passt, erläutert der Ratgeber Zinsbindung richtig wählen.

Durchgerechnet an einem Fall: 450.000 € über 15 Jahre zu 3,55 %

Kurzantwort: Ein typisches Preisbeispiel: 450.000 € Darlehen, 15 Jahre Zinsbindung, 3,55 % Zins und 2,5 % Anfangstilgung. Daraus folgen rund 2.270 € Monatsrate und etwa 268.000 € Restschuld nach 15 Jahren. Wer mit 3 % startet, zahlt monatlich 2.460 € und steht nach 15 Jahren bei rund 222.000 € Restschuld. Bei 4 % Tilgung steigt die Rate auf 2.835 €, die Restschuld fällt auf 124.000 €. Für die vollständige Rückzahlung in 15 Jahren wären 3.225 € monatlich fällig. Eine höhere Tilgung bedeutet also mehr Monatsbelastung, aber geringere Gesamtzinskosten.

Tilgungsvarianten gegenübergestellt: 450.000 € über 15 Jahre zu 3,55 %

TilgungMonatsrateZinsen 15 J.Restschuld
2,0 %2.080 €163.000 €318.000 €
2,5 %2.270 €158.500 €268.000 €
3,0 %2.460 €154.000 €222.000 €
3,5 %2.650 €149.500 €176.000 €
4,0 %2.835 €144.500 €124.000 €
Volltilgung3.225 €131.000 €0 €

Eine höhere Tilgung hebt die Monatsrate an, senkt jedoch die Zinskosten über die gesamte Laufzeit deutlich und baut die Schuld schneller ab. Bei nur 2 Prozent Tilgung zieht sich die Rückzahlung über 30 Jahre und länger – für die meisten Käufer preislich unattraktiv. Empfehlenswert sind mindestens 2,5 bis 3,0 Prozent Anfangstilgung. Wer die Mittel hat, sollte zusätzlich das Sondertilgungsrecht (meist bis 5 % der Restschuld pro Jahr) nutzen, um rascher schuldenfrei zu werden – Steuererstattungen, Boni oder Erbschaften eignen sich dafür bestens und sparen bares Geld an Zinsen.

Bei der Finanzierung zählt vor allem Preissicherheit: Wer mit einem Generalunternehmer mit Festpreisgarantie baut, kennt den Endpreis bereits vor der Unterschrift und schützt seine Bankzusage vor teuren Nachfinanzierungen.

Ein Festpreis hält Ihre Finanzierung kalkulierbar

Anbieter aus unserem Detailvergleich sichern Festpreis-Garantien über 12 bis 24 Monate zu – entscheidend, damit Ihre Bankzusage Bestand hat und keine Nachfinanzierung nötig wird. Der Fertighaus Experte stellt den Kontakt zu drei passenden Herstellern samt transparenter Bau- und Leistungsbeschreibung her.

KfW-Programme geschickt miteinander verbinden

Kurzantwort: Rund um den Neubau hält die KfW vier zinsgünstige Kernprogramme bereit, die Ihre Finanzierungskosten senken: erstens die Wohneigentumsförderung Familien (WEF, Programm 300) mit bis zu 270.000 € für Familien mit Kindern und einem Einkommen unter 90.000 €, zweitens den Klimafreundlichen Neubau KFN 297 mit bis zu 100.000 € für KfW-40 ohne QNG, drittens KFN 298 mit bis zu 150.000 € für QNG-zertifiziertes EH 40 und viertens KfW 270 für die PV-Anlage. Erfüllen Sie die Voraussetzungen, lassen sich die Programme kombinieren und ersetzen einen erheblichen Teil des teureren Bankdarlehens.

KfW-Programme rund um den Neubau

ProgrammZielgruppeKreditrahmen
WEF 300 (Wohneigentum Familien)Familien Ein­kommen ≤ 90.000 €bis 270.000 €
KFN 297 (Klimafreundlich)EH 40, ohne QNGbis 100.000 €
KFN 298 (Klimafreundlich + NH)EH 40 NH (QNG-zertifiziert)bis 150.000 €
KfW 270 (Erneuerbare)PV-Anlage Privat / Gewerbebis 150.000 €
KfW 159 (Altersgerecht)Barrierefreier Bau / Umbaubis 50.000 €

Sämtliche Details samt Antragsvoraussetzungen und der jeweiligen Zinsvorteile liefert der KfW-Förderungs-Ratgeber. Beantragt wird grundsätzlich vor Vertragsabschluss über die Hausbank. Wer diesen Zeitpunkt verpasst, verliert den kompletten Zinsvorteil – ein teurer und zugleich häufiger Fehler beim Bauantrag.

Bereitstellungszinsen – der oft überschaubar wirkende Posten

Kurzantwort: In der Regel fallen Bereitstellungszinsen nach 6 bis 12 Monaten bereitstellungsfreier Zeit auf noch nicht abgerufene Darlehensanteile an. Marktüblich sind 3 % pro Jahr, also 0,25 % monatlich auf den offenen Kredit. Bei einem 350.000-€-Darlehen, von dem nach neun Monaten noch 200.000 € nicht abgerufen sind, ergeben sich rund 1.500 € pro Monat. Über eine lange Bauphase summiert sich das schnell auf 4.000 bis 8.000 € zusätzliche Kosten. Ansatzpunkt zum Sparen: eine längere bereitstellungsfreie Phase aushandeln.

So halten Sie diesen Kostenposten klein:

  • Eine längere bereitstellungsfreie Zeit vereinbaren (12–18 Monate sind möglich, teils gegen Zinsaufschlag).
  • Die Auszahlung eng am realen Baufortschritt takten – nicht in großen Tranchen abrufen.
  • Ein Festpreis-Bauvertrag mit fixer Bauzeit senkt das Auszahlungsrisiko.
  • Zügige Vorhaben (Fertighaus in 6–9 Monaten) vermeiden Bereitstellungszinsen oft ganz.
  • Zuerst das Eigenkapital einsetzen und erst danach das Bankdarlehen abrufen.

Anschlussfinanzierung: was die zweite Kreditphase kostet

Kurzantwort: Läuft die Zinsbindung aus, wird das Darlehen zu neuen Konditionen fortgeführt – die Anschlussfinanzierung. Wer sich früh gegen steigende Zinsen absichern will, greift zum Forward-Darlehen: bis zu 60 Monate vor Bindungsende, mit einem Aufschlag von rund 0,01 % je Monat Vorlaufzeit. Bei 36 Monaten Forward sind das 0,36 % Aufschlag – bei steigenden Zinsen oft günstiger als der Marktzins zum Ablösezeitpunkt. Alternativ lässt sich die Restschuld zu einer anderen Bank umschulden, per Sondertilgung senken oder über einen Bausparvertrag als Tilgungsersatz ablösen.

Wer mit 30 baut, steht mit rund 45 bis 50 Jahren vor der ersten Anschlussfinanzierung – im Idealfall ist das Haus mit 60 abbezahlt. Rechnen Sie das konkret durch: Mit welcher Restschuld treten Sie in den Ruhestand? Wie hoch fällt die Rente aus? Oft zeigt die Rechnung, dass eine zweite Phase mit höherer Tilgung erforderlich wird, um teure Restschulden im Alter zu umgehen – und genau darauf bereitet Sie das Sonderkündigungsrecht nach § 489 BGB vor.

Checkliste: mit diesen Schritten holen Sie den besten Kredit

Kurzantwort: In acht Schritten kommen Sie zum preislich besten Kredit: erstens das Eigenkapital vollständig zusammentragen und ehrlich bewerten, zweitens Hausbank und zwei unabhängige Vermittler (Interhyp, Dr. Klein, Hüttig & Rompf) parallel einbinden, drittens die KfW-Berechtigung durch einen Energieeffizienz-Experten prüfen lassen, viertens drei Festpreis-Angebote für eine verbindliche Bausumme einholen, fünftens die Bauzeit realistisch ansetzen, sechstens mindestens 2,5 bis 3 % tilgen, siebtens ein Sondertilgungsrecht von 5 % pro Jahr vereinbaren und achtens vor der Abnahme Bauleistungs- und Risikoversicherungen abschließen.

  • Schritt 1 — Eigenkapital lückenlos belegen: Konten, Wertpapiere, Bausparguthaben und etwaige Schenkungen.
  • Schritt 2 — Drei Angebote (Hausbank plus zwei unabhängige Vermittler) parallel einholen.
  • Schritt 3 — KfW-Berechtigung (WEF, KFN) über einen BAFA-Energieeffizienz-Experten prüfen.
  • Schritt 4 — Festpreise mit 12 bis 24 Monaten Bindung festzurren.
  • Schritt 5 — Bauzeit realistisch kalkulieren (Fertighaus 6–9 Monate, Massivbau 12–18 Monate).
  • Schritt 6 — Wenigstens 2,5 bis 3 % Anfangstilgung wählen, besser 3,5 %.
  • Schritt 7 — Ein Sondertilgungsrecht von 5 % pro Jahr unbedingt festhalten.
  • Schritt 8 — Bauleistungsversicherung, Bauherren-Haftpflicht und Risiko-Lebensversicherung abschließen.

Den echten Effektivzins im Blick behalten

Vergleichen Sie Bankangebote niemals über den nominalen Zins, sondern stets über den Effektivzins samt aller Nebenkosten (Schätzgebühren, kalkulierte Bereitstellungszinsen, Grundschuld-Eintragung). Schon 0,1 Prozentpunkte Unterschied summieren sich über 30 Jahre und ein Darlehen von 400.000 € auf rund 12.000 € Mehrkosten. Lassen Sie sich Tilgungspläne mit konkreten Annahmen aushändigen – so erkennen Sie die Restschuld nach 5, 10, 15 und 20 Jahren auf einen Blick und vergleichen die wahren Gesamtkosten.

Nicht jeder Weg ins Eigenheim verläuft über den klassischen Kredit. Als Alternative eignet sich für manche Haushalte das Mieten oder der Mietkauf eines Fertighauses – wir zeigen, wann sich dieses Modell tatsächlich rechnet.

Der Festpreis bildet das Fundament einer tragfähigen Finanzierung

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Wichtige Fragen kurz erklärt

Die häufigsten Preisfragen rund um Baufinanzierung – kompakt beantwortet von den Experten von fertighaus-experte.de (Stand).

Wie viel Eigenkapital senkt die Finanzierungskosten fürs Haus?
Zum Eigenkapital zählen auch Bausparguthaben, Lebensversicherung, Wertpapierdepots und maximal 15 % Eigenleistung („Muskelhypothek“). Banken finanzieren meist höchstens 100 % des Hauspreises (Vollfinanzierung), die Baunebenkosten aber nur selten. Empfohlen sind mindestens 20 % der Gesamtkosten – bei einem 600.000-Euro-Projekt also rund 120.000 Euro. Wer mit 0–10 % Eigenkapital startet, zahlt deutlich höhere Zinsaufschläge (0,5–1,2 Prozentpunkte mehr); 30 % Eigenkapital senken den Zinssatz bei vielen Banken um 0,3–0,6 Prozentpunkte gegenüber der 100-%-Finanzierung.
Was kosten Bereitstellungszinsen und wie umgehe ich sie?
So sparen Sie den Preis: Banken wählen, die 6–12 Monate bereitstellungszinsfrei anbieten (oft Sparkassen, Volksbanken, ING, Commerzbank), oder den Bauablauf auf schnellere Abrufe hin planen. Bereitstellungszinsen sind Gebühren für noch nicht abgerufene Darlehensteile. Beim Fertighausbau wird das Darlehen nach Baufortschritt in Raten ausgezahlt (MaBV-Zahlungsplan); die nicht abgerufenen Beträge kosten typischerweise 0,25 % pro Monat (3 % p.a.). Beispiel: 400.000 € Darlehen, 6 Monate Bauzeit, im Schnitt 200.000 € noch nicht abgerufen → 3.000 € Bereitstellungszinsen.
Welche Zinsbindung ist am sichersten?
Der Aufpreis 15 statt 10 Jahre liegt bei 0,3–0,5 Prozentpunkten, also rund 60–100 € pro Monat bei 400.000 € Darlehen – deutlich günstiger als das Risiko einer Anschlussfinanzierung zu 5,5 %. Bei Bauzinsen zwischen 3,5 und 4,2 % für 10 Jahre sowie 3,8–4,5 % für 15 Jahre ist eine Zinsbindung über 15 oder 20 Jahre preislich am sichersten. Grund: Wer baut, hat nach 10 Jahren meist noch 70–80 % Restschuld – ein Zinsanstieg auf 5–6 % würde die Monatsrate stark erhöhen, wogegen eine lange Bindung absichert.
Wie hoch sollte die Tilgung sein – und was kostet das monatlich?
Eine Tilgungssatz-Wechseloption (ein- bis dreimal kostenfrei) bringt zusätzliche Flexibilität. Standard ist eine anfängliche Tilgung von 2,5–3,0 % – bei 400.000 € Darlehen und 4 % Sollzins ergibt das eine Monatsrate von rund 2.000–2.300 €. Bei 2 % Tilgung zieht sich die Rückzahlung über ca. 35 Jahre (Renteneintritt!), mit 3 % sind es 28 Jahre, mit 3,5 % rund 24 Jahre. Vereinbaren Sie zwingend eine Sondertilgungsoption (mind. 5 % p.a.) – sie kostet meist nichts und erlaubt flexible Zahlungen aus Boni, Erbschaft oder Steuerrückerstattung.
Wie kombiniert man KfW-Programme und Bankdarlehen am günstigsten?
Wichtig: KfW-Anträge zwingend vor Vertragsunterschrift über die Hausbank einreichen; sie prüft und leitet weiter, die KfW genehmigt meist in 4–8 Wochen – erst danach den Bauvertrag unterschreiben. Preislich optimale Standard-Strukturierung für ein 600.000-€-Projekt: 120.000 € Eigenkapital (20 %), KfW-WEF (Programm 300, max. 270.000 € für Familien mit Kindern und Einkommen unter 90.000 €) oder KfW-KFN (max. 150.000 € pro Wohneinheit für KfW-40-NH-Standard) als zinsvergünstigtes Förderdarlehen, der Rest als Bankdarlehen; der Mischzins liegt so unter dem eines reinen Bankdarlehens.
Was regelt der MaBV-Zahlungsplan beim Preis?
Bei Verstößen (z. B. überhöhter Vorkasse) ist die Zahlung nicht fällig – ein wichtiger Bauherren-Schutz, und bei Generalunternehmern ohne MaBV-Bindung gelten andere Regeln. Die Makler- und Bauträgerverordnung (MaBV) regelt, wann ein Bauträger oder Generalunternehmer Abschlagszahlungen fordern darf. Standard-Zahlungsplan beim Fertighaus: 25 % nach Erdarbeiten, 28 % nach Rohbau, 9 % nach Fenstereinbau, 6 % nach Innenputz, 6 % nach Estrich, 6 % nach Sanitärinstallation, 3 % nach Fliesenarbeiten, 2 % nach Fertigstellung, 5 % nach Bezugsfertigkeit, 10 % nach vollständiger Fertigstellung der Außenanlagen.
Wie sieht ein realistischer Finanzierungsplan für ein 600.000-Euro-Projekt aus?
Sondertilgungen aus Erbschaft oder Boni verkürzen die Laufzeit auf 18–22 Jahre und senken den Gesamtpreis. Rechenbeispiel: 600.000 € Gesamtkosten, davon 120.000 € Eigenkapital und 480.000 € Fremdkapital. Aufteilung: 150.000 € KfW-KFN zu 1,9 % (Programm 297) über 25 Jahre Laufzeit mit 10 Jahren Zinsbindung, 330.000 € Bankdarlehen zu 3,9 % über 15 Jahre Zinsbindung, 3 % anfängliche Tilgung. Monatsrate im Jahr 1: KfW 575 €, Bank 1.898 €, zusammen 2.473 €. Restschuld nach 10 Jahren: KfW 100.000 €, Bank 232.000 €; nach 15 Jahren ist der KfW-Teil abgelöst.
Lohnt sich Wohnriester noch?
Preislich lohnt sich Wohnriester vor allem für Familien mit mehreren Kindern und mittlerem bis höherem Einkommen – eine Einzelfallrechnung ist vor Abschluss Pflicht. Wohnriester (Eigenheimrentengesetz) ist eine staatlich geförderte Riester-Variante, mit der sich selbstgenutztes Wohneigentum tilgen lässt. Förderung: Grundzulage 175 €/Jahr pro Person, Kinderzulage 300 €/Kind/Jahr (185 € für vor 2008 geborene Kinder), dazu attraktive Steuerersparnis bei Einkommen über ca. 35.000 €. Nachteile sind die komplexe Wohnförderkonto-Mechanik mit nachgelagerter Besteuerung im Alter sowie Grenzen bei Verkauf oder Vermietung.
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