Plusenergiehaus: Mehrpreis, Kosten und Förderung im Detail
Ein Plusenergiehaus produziert im Jahresmittel mehr Energie, als es verbraucht – und rechnet so seinen Aufpreis herein. Dieser Ratgeber beziffert den Mehrpreis gegenüber einem KfW-40-Haus, die erforderliche Photovoltaik-Auslegung, die passende Heiztechnik und die Förderungen von Bund und KfW, die den Preis mindern.
Ein Plusenergiehaus erzeugt übers Jahr betrachtet mehr Energie, als seine Bewohner verbrauchen. Den Überschuss speist es meist als Strom ins öffentliche Netz ein oder lädt damit das Elektroauto. Dahinter steht ein Zusammenspiel aus erstklassiger Dämmung, Wärmepumpe, großzügig ausgelegter Photovoltaik und Batteriespeicher. bildet das Plusenergiehaus die teuerste, aber ertragreichste Ausbaustufe im Fertigbau – zahlreiche Hersteller wie SchwörerHaus, Baufritz oder Helma führen sie serienmäßig zum Festpreis im Programm.
Der gesetzliche Rahmen: GEG und der Energiestandard
Kurzantwort: Primärenergiebedarf, U-Werte und der Anteil erneuerbarer Energien sind für jeden Neubau verbindlich durch das Gebäudeenergiegesetz (GEG) vorgegeben. Ein Plusenergiehaus übertrifft diese Mindestwerte deutlich – über die gesamte Hülle plus eigene Stromproduktion fällt die Energiebilanz unterm Strich positiv aus. Was hinter den einzelnen Effizienzhaus-Stufen steht, erläutert unser GEG-Ratgeber.
Technik-Baukasten: PV, Speicher, Wärmepumpe und Lüftung (KWL)
- Photovoltaik mit 8–14 kWp auf Süd-, Ost- und Westflächen – so legt man ein EFH mit 140 m² gewöhnlich aus.
- Batteriespeicher mit 8–12 kWh Nutzkapazität, der die Eigenverbrauchsquote auf 60–80 % steigert.
- Wärmepumpe (Sole oder Luft-Wasser) mit hoher Jahresarbeitszahl (JAZ ≥ 4,0) für geringen Strombezug.
- Kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung und einem Wirkungsgrad von mindestens 85 %.
- U-Werte deutlich unter GEG-Referenz: Außenwand 0,12–0,15 W/(m²K), Fenster mit Uw ≤ 0,90.
- Smart-Meter samt Energiemanagement, das Lasten von Wärmepumpe und Wallbox intelligent verlagert.
Fördermöglichkeiten: KfW, EEG und der Eigenverbrauch
Für Plusenergiehäuser steht die KfW-Förderung Klimafreundlicher Neubau (KFN 297/298) als zinsverbilligter Kredit zur Verfügung – mit QNG-Zertifikat sind bis zu 150.000 Euro je Wohneinheit möglich. Für die Photovoltaikanlage gilt seit 2023 zudem der Nullsteuersatz auf Kauf und Montage; nicht selbst genutzter Strom wird nach EEG-Tarif vergütet. Gegenüber einem Standardhaus mit EH-55-Niveau rechnet sich der Mehraufwand innerhalb von 12 bis 18 Jahren – bei steigenden Strompreisen entsprechend schneller.
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