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Fertighaus modernisieren: Sanierungskosten im Bestand 1970–1995

Über 600.000 Fertighäuser aus den 1970er- und 1980er-Jahren stehen zur Sanierung an. Wir beziffern die typischen Schwachstellen alter Holzfertighäuser, präsentieren drei Sanierungspakete mit realistischen Kosten von 35.000 bis 180.000 €, benennen das Kostenrisiko durch Pentachlorphenol/Lindan und zeigen, wie viel BAFA- und KfW-Programme davon erstatten.

Stand: 02. Mai 2026
Lesezeit: 23 Min
Bestehendes Fertighaus mit neu gedämmter Fassade – Sanierung im Kostenvergleich zum Neubau
Eine energetische Komplettsanierung kostet 90.000 bis 180.000 Euro, bis zu 45 Prozent gefördert.

Mehr als 600.000 Fertighäuser aus den 1970er- und 1980er-Jahren erreichen den Punkt, an dem sich die Frage nach den Sanierungskosten nicht länger aufschieben lässt: Was kostet es, eine undichte Gebäudehülle nachzurüsten, welche Preise ruft die Entfernung alter Holzschutzmittel (Pentachlorphenol, Lindan), von Asbest-Eternitplatten oder Blei-Trinkwasserleitungen auf? Der Fertighaus Experte kalkuliert in diesem Ratgeber die typischen Kostenblöcke, vergleicht drei Sanierungsbudgets zwischen 35.000 und 180.000 Euro und zeigt, wie deutlich BEG- und KfW-Förderung den Eigenanteil senken.

600 k
Fertighäuser von 1970–95
aufgestauter Sanierungsbedarf
35–180 k €
Sanierungspakete
von Basis bis Komplettsanierung
bis 70 %
Zuschuss BAFA + KfW
BEG EM

Warum werden Fertighäuser bei der Sanierung zum Kostenfaktor?

Kurzantwort: In den Boomjahren von 1970 bis 1990 baute man preiswert: mit den seinerzeit zugelassenen Holzschutzmitteln (PCP, Lindan), dampfdichten Folien und knappen Dämmstärken. Vier bis fünf Jahrzehnte später treten die Folgekosten zutage – Feuchte in den Wandaufbauten, undichte Fugen, durchgetretene Böden, zusammengesackte Dachdämmung und überalterte Heiztechnik. Das Tragwerk ist bei gepflegten Häusern meist noch tragfähig, doch Hülle und Anlagentechnik verursachen den eigentlichen Sanierungsaufwand.

Drei Kostentreiber rücken die Sanierung in den Vordergrund: Zum einen drängen GEG und BEG immer mehr Eigentümer zum Handeln (Details im GEG-Ratgeber), zum anderen belasten die hohen Heiz- und Stromkosten das monatliche Budget spürbar. Hinzu kommt, dass viele dieser Häuser gerade an eine neue Eigentümergeneration übergehen, die nüchtern durchrechnet, ob sich das eingesetzte Kapital lohnt. Preislich reicht die Spanne vom 35.000-Euro-Energiepaket bis zur 180.000-Euro-Generalsanierung – prüfen Sie deshalb jede Position auf ihr Kosten-Nutzen-Verhältnis.

Teure Schwachstellen alter Fertighäuser auf einen Blick

Kurzantwort: Diese neun Posten treiben die Sanierungskosten am stärksten: belastete Innenwände durch Holzschutzmittel (PCP/Lindan), Asbest-Eternit an Fassade oder Dach, Mineralfaserdämmung der alten KMF-Klasse 1 (vor 1996), eine kaum gedämmte Außenwand (U-Wert 0,5–0,7 W/(m²·K)), einfach verglaste Fenster, Asbest-Bodenfliesen oder Cushion-Vinyl, eine veraltete Elektroinstallation (kein FI, alte Leitungen), Blei-Trinkwasserleitungen sowie ein Öl- oder Gaskessel mit konstanter Vorlauftemperatur. Jeder dieser Punkte bildet einen eigenen Kostenblock.

Kostspielige Schwachstellen im Fertighaus 1970–1995

BauteilHäufiges ProblemSanierungsdringlichkeit
AußenwandU-Wert 0,5–0,7 W/(m²·K), nicht diffusionsoffenhoch (energetisch)
Dach / DGDämmung 80–120 mm, oft KMF Klasse 1sehr hoch (Schadstoff)
FensterDoppelverglasung Ug 2,8 W/(m²·K)hoch
FassadeAsbest-Eternit, abgewittertsehr hoch (Schadstoff)
Innenwände HolzPCP-/Lindan-belastetPrüfen!
BodenbelägeCushion-Vinyl, Asbest-FliesenPrüfen!
TrinkwasserBleirohre möglich (Häuser vor 1973)sehr hoch
Elektrikkein FI-Schutz, ungeerdete Steckdosenhoch (Sicherheit)
HeizungNiedertemperatur-Kessel oder NT-Heizölsehr hoch (GEG)
LüftungFensterlüftung, Schimmelrisiko nach SanierungKonzept nötig

Möglicher Befall mit Holzschutzmitteln wie PCP und Lindan

Präparate zum Holzschutz wie Pentachlorphenol und Lindan galten bis in die 1980er-Jahre als übliche Praxis – inzwischen stufen Fachleute sie als gesundheitsschädlich ein. Ein Verdacht drängt sich auf, wenn im Wohnbereich freiliegende Holzbalken zu sehen sind, sich gelbliche Verfärbungen zeigen oder ein charakteristischer Geruch wahrnehmbar wird. Sicherheit bringt eine im Labor durchgeführte Material- und Holzfeuchteprobe für 80 bis 250 Euro. Bestätigt sich der Verdacht, wird es kostspielig: Das Spektrum der Maßnahmen erstreckt sich von einer Versiegelung mit Sperrgrund bis zum Ersatz kompletter Wände – dementsprechend breit fächern sich die Kosten auf.

Bestandsaufnahme: So beginnt die Kostenplanung

Kurzantwort: Bevor Sie ein Sanierungsbudget festlegen, gehören diese fünf Schritte in die Kalkulation: ein Energieberater-Termin mit Verbrauchsanalyse und Energieausweis, eine Schadstoffuntersuchung bei Verdacht (KMF, Asbest, PCP, Blei), eine statische Prüfung bei sichtbaren Schäden, eine Thermografie im Winter sowie eine Luftdichtheitsmessung (Blower-Door). Zusammen kosten diese Vorleistungen meist 1.800 bis 4.500 Euro – ein Betrag, der sich durch eine präzise Kostenplanung und eine förderoptimierte Abfolge der Gewerke mehrfach auszahlt.

  • Eine Energieberatung bei einem BAFA-gelisteten Energieeffizienz-Experten beauftragen (über die BEG förderfähig, senkt den Nettopreis).
  • Einen Sanierungsfahrplan anfertigen lassen — er sichert 5 % zusätzlichen Förderbonus und damit spürbare Ersparnis.
  • Bei Verdacht eine Schadstoffuntersuchung: KMF, Asbest, PCP, Lindan, Blei, Schimmel — sie beziffert versteckte Kostenrisiken.
  • Eine Thermografie, um teure Wärmebrücken und undichte Stellen rechtzeitig aufzuspüren.
  • Einen Blower-Door-Test (Luftdichtheitsmessung), um den Sanierungsumfang der Gebäudehülle preislich einzugrenzen.
  • Eine statische Bewertung bei Setzungs- oder Rissgefahr, vor allem im Erdgeschoss, um Nachtragskosten zu vermeiden.

Wie sich die schrittweise Modernisierung eines älteren Fertighauses planen lässt, vertieft der Ratgeber Fertighaus-Sanierung. Welche Schadstoffe wie Asbest, KMF oder PCP typisch sind und wie die Untersuchung abläuft, erklärt der Ratgeber Fertighaus-Schadstoffe.

Drei Sanierungsbudgets: Basis, Komfort und Komplettsanierung

Kurzantwort: Für ein typisches 130-m²-Fertighaus aus den 1980er-Jahren teilen sich die Kosten in drei Budgets: das Basis-Energiepaket zwischen 35.000 und 55.000 € (Heizung, Dachdämmung, Fenster), die Komfort-Sanierung zwischen 65.000 und 110.000 € (zusätzlich WDVS an der Außenwand, Lüftung, neue Bäder) sowie die Voll-Modernisierung zwischen 130.000 und 180.000 € (komplette Hülle, Innenausbau, neue Elektrik, Smart Home). Die Zuschüsse von BAFA und KfW senken den Eigenanteil um 25 bis 60 Prozent – erst nach Abzug der Förderung steht der Betrag fest, den Sie tatsächlich finanzieren.

0 k €
Basis-Paket abzüglich Förderung
0 k €
Komfort-Paket abzüglich Förderung
0 k €
Komplettsanierung abzüglich Förderung

Budget 1 — Basis-Energie ab 35.000–55.000 €

  • Heizung tauschen: Luft-Wasser- oder Sole-Wasser-Wärmepumpe (15.000–28.000 €).
  • Dach dämmen mit Aufsparrendämmung, 200 mm Mineralwolle (8.000–14.000 €).
  • Fenster tauschen, 3-fach-Verglasung Ug 0,7 (8.000–16.000 €).
  • Hydraulischer Abgleich, Pufferspeicher, Brauchwasser-Modul (1.500–3.000 €).
  • BAFA-/KfW-Antrag über einen Energieeffizienz-Experten (Honorar im Förderbetrag verrechnet).

Budget 2 — Komfort für 65.000–110.000 €

  • Alle Positionen aus Budget 1.
  • Außenwand-WDVS mit 18–24 cm EPS oder Mineralwolle (28.000–48.000 €).
  • Kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung (8.500–14.000 €).
  • Bad-Sanierung auf 8–12 m² (12.000–22.000 €).
  • PV-Anlage mit 8 kWp plus 8 kWh Speicher (14.000–18.000 €).

Budget 3 — Komplettsanierung 130.000–180.000 €

  • Alle Positionen aus Budget 2.
  • Neue Außentüren mit Einbruchschutz RC2 (3.500–5.500 €).
  • Trockenbau und Innenputz erneuern (12.000–22.000 €).
  • Bodenbeläge komplett neu (Vinyl/Parkett) (10.000–18.000 €).
  • Elektrik komplett erneuern mit FI und Smart-Home-Vorbereitung (14.000–25.000 €).
  • Sanitär und Blei-Trinkwasserleitungen erneuern (6.000–12.000 €).
  • Innenausbau: Treppe, Türen, Küchen-Elektrik (12.000–25.000 €).

Sanierungskosten zum Festpreis samt Förderabwicklung

Etliche Anbieter aus dem Netzwerk kalkulieren spezialisierte Sanierungsprogramme für Bestands-Fertighäuser zum Festpreis. Der Fertighaus Experte vermittelt Ihnen drei geeignete Anbieter inklusive BAFA-Antragstellung und Bauleitung – so kennen Sie Ihren Preis, ehe der erste Handwerker anrückt.

Förderung BEG EM: Wie Zuschuss und Kredit Ihre Kosten senken

Kurzantwort: Die Bundesförderung für effiziente Gebäude — Einzelmaßnahmen (BEG EM) gewährt Zuschüsse von 30 bis 70 Prozent auf Heizung, Hülle und Anlagentechnik und verringert so den Nettopreis erheblich. Für den Heizungstausch gibt es 30 % Grundförderung, ergänzt um den Klimageschwindigkeits-Bonus (20 %), den Einkommensbonus (30 % bei einem Einkommen ≤ 40.000 €) und den Effizienzbonus (5 %). Die Obergrenzen je Wohneinheit: 30.000 € (Heizung) plus 60.000 € (Hülle/Anlage) – damit sind bis zu 90.000 € Zuschuss möglich. Die danach verbleibenden Kosten finanziert KfW 261/262 über einen zinsvergünstigten Kredit bis 150.000 €.

BEG-Förderung — typische Fördersätze und Kostenersparnis

MaßnahmeGrundförderungBonus möglichMaximal
Wärmepumpe Luft-Wasser30 %+25 % (Klima+EE-Bonus)55 %
Wärmepumpe Sole-Wasser30 %+30 %60 %
Pelletheizung mit Solar30 %+15 %45 %
Außenwand-Dämmung WDVS15 %+10 % SFP-Bonus25 %
Dach-Dämmung15 %+10 % SFP-Bonus25 %
Fenster mit U_w ≤ 0,9515 %+10 % SFP-Bonus25 %
Lüftung mit WRG15 %+10 % SFP-Bonus25 %
Energieberatung BAFA50 %max. 1.700 €

Entscheidend für die Ersparnis: Der Antrag muss VOR der Auftragsvergabe vorliegen. Wer zuerst beauftragt und erst danach den Antrag stellt, zahlt den vollen Preis ohne Zuschuss. Bei der BAFA erfolgt die Antragstellung online, bei der KfW über die Hausbank. Der Energieeffizienz-Experte stellt die Bestätigung zum Antrag (BzA) und die Bestätigung nach Durchführung (BnD) aus. Wie sich die KfW-Programme für Neubau und Sanierung preislich unterscheiden, lesen Sie im KfW-Ratgeber.

Sanierungsreihenfolge: Welche Abfolge die Gesamtkosten senkt

Kurzantwort: Kostenoptimal ist die Reihenfolge Hülle vor Heizung. Wer zuerst die Wärmepumpe einbaut und erst anschließend dämmt, kauft eine überdimensionierte Anlage – teurer in Anschaffung und Betrieb. Lässt sich der Heizungstausch nicht aufschieben (defekter Kessel, GEG-Pflicht), planen Sie die spätere Dämmung zumindest rechnerisch ein und legen die Wärmepumpe auf den künftigen statt den heutigen Wärmebedarf aus – das spart bei Anschaffung und Stromrechnung.

In der Praxis prägen oft andere Faktoren die Reihenfolge: die Förderlogik, die Materialverfügbarkeit, das vorhandene Budget, mögliche Eigenleistung und die Witterung. Kostenseitig optimal ist diese Abfolge:

  • 1. Energieberatung mit individuellem Sanierungsfahrplan (iSFP) — sichert 5 % Bonus und damit echtes Geld.
  • 2. Schadstoffsanierung (KMF, Asbest, PCP) — falls erforderlich, stets zuerst, sonst steigen die Folgekosten.
  • 3. Dämmung von Dach und Außenwand — hier fällt die Ersparnis pro investiertem Euro am höchsten aus.
  • 4. Fenster tauschen — zeitgleich zur Dämmung, um doppelte Gerüst- und Anschlusskosten zu vermeiden.
  • 5. Lüftungsanlage — nach der Hüllendämmung erforderlich, um teure Schimmelschäden abzuwenden.
  • 6. Heizung tauschen — nun passend und damit günstiger auf den gedämmten Bestand ausgelegt.
  • 7. Photovoltaik plus Speicher — zum Schluss, als Ergänzung zur Wärmepumpe mit eigenem Kosten-Nutzen-Profil.
  • 8. Smart Home plus Energiemanagement — bindet alle Komponenten ein und hebt zusätzliche Einsparungen.

Kosten-Nutzen: Wann sich die Sanierung rechnerisch auszahlt

Kurzantwort: Rechnerisch lohnt sich eine Sanierung, sobald die jährliche Heizkostenersparnis über der Annuität des dafür aufgenommenen Kredits liegt – bei BAFA-/KfW-geförderten Maßnahmen trifft das meist zu, weil 30 bis 70 Prozent der Kosten übernommen werden. Ein Rechenbeispiel: Voll-Modernisierung für 150.000 € brutto, davon 60.000 € Förderung; finanziert werden 90.000 € zu 3,5 % Bauzins (Annuität 6.300 €/Jahr). Die Heizkostenersparnis von 1.800 bis 3.500 €/Jahr deckt davon 30 bis 60 %. Nicht in Euro zu beziffern, aber wertvoll: mehr Komfort, eine bessere CO2-Bilanz und ein höherer Wohnwert.

In die Preisrechnung gehört ebenso die Wertsteigerung: Ein modernisiertes Fertighaus aus den 80er-Jahren erzielt meist einen um 15 bis 25 Prozent höheren Marktwert als ein vergleichbares unsaniertes Objekt. Wer ohnehin im Haus bleibt, nimmt Komfort und CO2-Vorteile als Zugabe mit. Wer in 5 bis 10 Jahren verkaufen möchte, stellt die Wertsteigerung den Sanierungskosten gegenüber – am Ende fällt die Bilanz oft knapp positiv aus.

Alternative Abriss und Neubau: Wann der Neubau günstiger ist

Kurzantwort: Abriss und Neubau lohnen sich preislich, wenn die Substanz schwer beschädigt ist (Pilzbefall im Tragwerk, Setzungen, hohe Schadstofflast), die Sanierungskosten über 70 Prozent der Neubaukosten erreichen oder sich das Grundstück deutlich besser bebauen ließe (mehr Wohnfläche, günstigere Ausrichtung). Statt eines Abrisses lässt sich zusätzlicher Platz oft auch durch Aufstocken oder einen Anbau am Fertighaus gewinnen. Der Abriss kostet 25.000 bis 55.000 € inklusive Schadstoffentsorgung, anschließend folgt der Neubau eines KfW-40-Hauses. Ein Kostenvorteil: Die Neubauförderung (KFN, WEF) ist attraktiv, und Grunderwerbsteuer wie Erschließung fallen kein zweites Mal an, weil das Grundstück erhalten bleibt.

Wer den Neubau erwägt, sollte parallel einen Bausachverständigen für die Bestandsbewertung und einen Energieeffizienz-Experten für den Sanierungsfahrplan hinzuziehen – nur so wird die Preisgegenüberstellung belastbar. Wie sich ein GEG-konformer Neubau berechnet, erläutert der GEG-Ratgeber. Die Anbieter aus unserem Detailvergleich liefern Festpreise auch für Abriss-Neubau-Vorhaben.

Sanieren oder neu bauen — drei Anbieter kalkulieren beide Wege

Der Fertighaus Experte vermittelt Ihnen drei Anbieter, die Ihnen zeitgleich ein Festpreis-Angebot für die Sanierung UND eines für den Neubau erstellen. So erkennen Sie schwarz auf weiß, welcher Weg günstiger ist, und entscheiden anhand konkreter Preise.

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Wichtige Fragen kurz erklärt

Die häufigsten Preisfragen rund um Fertighaus modernisieren – kompakt beantwortet von den Experten von fertighaus-experte.de (Stand).

Wo liegen die kostenintensiven Schwachstellen von Häusern aus den 70er und 80er Jahren?
Jeder dieser Punkte kann fünfstellige Zusatzkosten verursachen. Bei Fertighäusern der Baujahre 1970–1990 treiben vor allem folgende Punkte die Sanierungskosten: 1. schwache Dämmung (U-Wert Außenwand oft 0,7–1,1 W/(m²·K), Dach 0,5–0,8); 2. zweifach verglaste Fenster mit Alu- oder Holzrahmen (U-Wert 2,5–3,0); 3. Wärmebrücken mit Schimmelrisiko; 4. Öl- oder alte Gasheizungen aus den 80ern; 5. schadstoffbelastete Materialien (PCB in Fugendichtmassen, Asbest, Formaldehyd in Spanplatten, Lindan in Holzschutzmitteln); 6. schwacher Schallschutz; 7. veraltete Elektrik ohne FI-Schutz.
Was kostet die energetische Sanierung eines alten Hauses?
Preislich lohnt sich die Sanierung vor allem bei solider Substanz – ist diese schlecht, ist Abriss und Neubau günstiger. Eine energetische Vollsanierung eines 130–150 m² großen Fertighauses auf KfW-Effizienzhaus-70- oder -85-Niveau kostet meist 90.000 bis 180.000 Euro. Einzelpreise: Fassadendämmung mit WDVS 22.000–40.000 €, Dachdämmung 12.000–25.000 €, Fenstertausch 12.000–25.000 €, Heizungstausch mit Wärmepumpe 25.000–40.000 € (vor Förderung), Lüftungsanlage 8.000–15.000 €, Elektrik-Erneuerung 8.000–18.000 €. BEG-Zuschüsse decken 30–45 % davon, KfW-Kredite ergänzen die Finanzierung.
Welche Fördermittel senken den Sanierungspreis bei Bestandshäusern?
Energieberatung (BAFA): 80 % Zuschuss für Beratung und individuellen Sanierungsfahrplan, max. 1.700 €. Weitere zentrale Programme: BEG-Einzelmaßnahmen (BAFA) mit 15–25 % Zuschuss auf Dämmung, Fenster, Lüftung, Heizung, mit iSFP-Bonus zusätzlich 5 %; BEG Wohngebäude (KfW 261) als zinsverbilligter Kredit bis 150.000 € pro Wohneinheit für die KfW-Effizienzhaus-Sanierung mit Tilgungszuschuss bis 25 %; Heizungsförderung (BAFA) mit bis zu 70 % Zuschuss auf Wärmepumpen (Grund 30 % + Klima 5 % + Effizienz 5 % + Einkommens-Bonus 30 %), max. 21.000 € pro Wohneinheit.
Wie stark treiben Schadstoffe in Häusern der 70er/80er die Sanierungskosten?
Bei Fund muss die Sanierung nach TRGS 519, 521, 524 erfolgen – zugelassene Fachfirmen kosten 30–80 % mehr als Standard-Sanierer. Deutlich, sofern sie vorkommen. Häufig nachgewiesen werden Pentachlorphenol (PCP) in Holzschutzanstrichen (seit 1989 verboten), Lindan, Asbest in Fassadenplatten und Innenwand-Verkleidungen, Formaldehyd in Spanplatten und Schaumstoff-Dämmungen, PCB in Fugendichtmassen und Wandfarben sowie Mineralfaserdämmung mit lungengängigen Fasern (vor 1996). Vor jeder Sanierung empfiehlt sich eine Schadstoff-Voruntersuchung (800–2.500 €) durch einen zertifizierten Sachverständigen.
Lohnt die Sanierung preislich oder ist Abriss samt Neubau günstiger?
Ein Substanz-Check zu Schimmel, Statik-Schäden, Schadstoffen und Grundriss-Tauglichkeit entscheidet – ein unabhängiger Sachverständiger empfiehlt die richtige Strategie. Als Faustregel gilt: Erreichen die Sanierungskosten 70 % der Neubaukosten, ist Abriss und Neubau in den meisten Fällen wirtschaftlicher und energetisch besser. Beispiel: 130 m² Fertighaus, Bj. 1976 in NRW. Sanierung auf KfW 70: 140.000 € vor Förderung. Abriss (15.000 €) + Neubau Fertighaus KfW 40 (450.000 €) = 465.000 €. Wäre das Bestandshaus nach Sanierung 320.000 € und nach Neubau 580.000 € wert, gewinnt der Neubau (Wertzuwachs 260.000 € statt 180.000 €).
Was kostet ein iSFP (individueller Sanierungsfahrplan) und was spart er?
Empfehlung: Vor jeder größeren Sanierung einen iSFP erstellen lassen – Bonus und strukturierte Planung machen die Kosten meist sofort wett. Der iSFP ist ein BAFA-gefördertes Beratungsprodukt: Eine Energieeffizienz-Fachkraft analysiert das Gebäude und erstellt einen mehrstufigen Sanierungsplan mit Bestandsaufnahme (Wärmebrücken- und Luftdichtheits-Check), Maßnahmenpaket mit Preis und Energieersparnis je Schritt sowie Zeitplanung und Förderhinweisen. Preisvorteile: 80 % BAFA-Zuschuss zur Beratung (max. 1.700 €) plus 5 % iSFP-Bonus auf alle BEG-Einzelmaßnahmen.
In welcher Reihenfolge saniert man ein Haus am kosteneffizientesten?
Wer die Reihenfolge missachtet, zahlt für teure Doppelarbeit – ein iSFP ordnet die Schritte fachlich. Kosteneffiziente Reihenfolge: 1. Schadstoffsanierung und Statik-Sicherung (sonst später teurer); 2. Dach und oberste Geschossdecke dämmen (größter Wärmeverlust, günstigste Maßnahme); 3. Fenstertausch (zwingend vor der Fassadendämmung wegen der Anschlussdetails); 4. Fassadendämmung und Außenwand-Sanierung; 5. Heizung erneuern (erst nach der Dämmung, sonst überdimensioniert und teurer); 6. Lüftung mit Wärmerückgewinnung; 7. Elektrik, Sanitär, Innenausbau.
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