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Sanierungsfahrplan (iSFP): Ablauf, Kosten und Förderbonus

Als wichtigstes Planungsdokument für die energetische Modernisierung gilt der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP). Dieser Ratgeber erklärt, was ein iSFP leistet, wie der Ablauf mit dem Energieberater abläuft und welche Kosten anfallen. Dazu: der 5-%-Förderbonus, eine sinnvolle Maßnahmenreihenfolge und ein Fallbeispiel für ein Fertighaus Baujahr 1982.

Stand: 19. Juli 2026
Lesezeit: 10 Min.

Der individuelle Sanierungsfahrplan – kurz iSFP – ist das zentrale Planungsdokument für alle, die ein in die Jahre gekommenes Haus energetisch auf Vordermann bringen wollen. Er legt Schritt für Schritt dar, welche Maßnahmen in welcher Abfolge sinnvoll sind, mit welchen Kosten zu rechnen ist und wie viel Einsparung sie bringen. Und er zahlt sich aus: Wer nach iSFP saniert, bekommt bei Einzelmaßnahmen der BEG EM 5 Prozent zusätzlichen Förderbonus. Dieser Ratgeber klärt, was der iSFP leistet, wie der Ablauf mit dem Energieberater aussieht, was er kostet, wie hoch der BAFA-Zuschuss ausfällt und in welcher Reihenfolge die Maßnahmen kommen sollten – und rechnet das Ganze an einem Fertighaus Baujahr 1982 durch. Sämtliche Zahlen sind Richtwerte.

50 %
BAFA-Zuschuss
auf die Beratungskosten
+5 %
iSFP-Bonus
extra Förderung bei BEG EM
15 Jahre
Gültigkeit
Umsetzung in Etappen möglich

Was der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP) leistet

Kurzantwort: Beim individuellen Sanierungsfahrplan handelt es sich um ein standardisiertes Beratungsdokument, das ein zertifizierter Energieberater für Ihr konkretes Gebäude anfertigt. Er dokumentiert den Ist-Zustand, beschreibt alle sinnvollen Sanierungsmaßnahmen samt Kosten, Einsparung und Reihenfolge und bündelt sie übersichtlich in einem Zeitplan. Der iSFP ist bundesweit einheitlich aufgebaut, wird über die BAFA mit 50 Prozent gefördert und dient zugleich als Nachweis für den zusätzlichen 5-Prozent-Förderbonus bei späteren Einzelmaßnahmen.

Anders als ein einfacher Kostenvoranschlag begreift der iSFP Ihr Haus als zusammenhängendes System: Er verhindert, dass Sie zuerst die Heizung austauschen und erst danach dämmen – eine Abfolge, die zu einer zu groß ausgelegten und teureren Anlage führt. Es entsteht stattdessen ein schlüssiger Plan, den Sie in Etappen über bis zu 15 Jahre verwirklichen können. Den iSFP gibt es in zwei Darstellungen: als „Sanierung in einem Zug“ und als „Sanierung in Schritten“ – so erkennen Sie sofort, welcher Weg zu Ihrem Budget passt.

iSFP und BzA — bitte nicht durcheinanderbringen

Der iSFP ist eine strategische Beratung für den kompletten Sanierungsweg. Davon abzugrenzen ist die „Bestätigung zum Antrag“ (BzA), die der Energieeffizienz-Experte für jede geförderte Einzelmaßnahme separat ausstellt. Beide ergänzen sich: Der iSFP liefert Strategie und 5-Prozent-Bonus, die BzA gibt die konkrete Förderung frei. Damit der Bonus greift, muss die betreffende Maßnahme innerhalb der Gültigkeitsdauer des iSFP umgesetzt sein.

So läuft es mit dem Energieberater: in fünf Etappen zum iSFP

Kurzantwort: Der Weg zum iSFP verläuft in fünf Etappen: Zunächst wählen Sie einen BAFA-gelisteten Energieeffizienz-Experten und beauftragen ihn. Es folgt der Vor-Ort-Termin mit Bestandsaufnahme von Hülle, Heizung und Verbrauch. Anschließend wertet der Berater die Daten aus und erarbeitet die Maßnahmenpakete. Danach bekommen Sie den fertigen iSFP im einheitlichen Format samt Erläuterungsgespräch. Zum Schluss setzen Sie die Maßnahmen in der empfohlenen Reihenfolge um – jede einzelne mit 5-Prozent-Bonus. Der gesamte Ablauf nimmt meist vier bis acht Wochen in Anspruch.

  • 1. Energieberater auswählen: Einen förderfähigen iSFP dürfen ausschließlich zertifizierte Energieeffizienz-Experten aus der Bundesliste erstellen.
  • 2. Termin vor Ort: Der Berater nimmt Gebäudehülle, Fenster, Dach, Heizung und Warmwasser auf und wertet Ihre Verbrauchsdaten aus.
  • 3. Auswertung und Berechnung: Aus den Daten entstehen konkrete Maßnahmenpakete mit Kosten, möglicher Einsparung und CO2-Effekt.
  • 4. Aushändigung des iSFP: Sie erhalten das standardisierte Dokument samt Erläuterungsgespräch — anschaulich aufbereitet nach Ampellogik.
  • 5. Schrittweise Umsetzung: Sie setzen die Maßnahmen nach Budget und Dringlichkeit um, jede mit dem zusätzlichen 5-Prozent-Bonus.

Wichtig: Engagieren Sie den Energieberater, bevor Sie irgendeine Maßnahme beauftragen – förderfähig ist nur ein Sachverständiger aus der Energieeffizienz-Experten-Liste des Bundes. Am besten steht Ihnen der Berater über die komplette Sanierung zur Seite, erstellt die nötigen Bestätigungen für jede Förderung und kümmert sich um die Baubegleitung. Auch diese Baubegleitung wird gefördert. Wie sich einzelne Sanierungsbudgets im Fertighaus verteilen, erläutert der Modernisieren-Ratgeber; die typischen Bauteile und Arbeitsschritte einer Fertighaus-Sanierung schildert der zugehörige Ratgeber im Detail.

Kosten und BAFA-Zuschuss: Damit müssen Sie beim iSFP kalkulieren

Kurzantwort: Ein iSFP für ein Ein- oder Zweifamilienhaus liegt als Richtwert bei 1.300 bis 2.000 Euro. Die BAFA bezuschusst die Energieberatung mit 50 Prozent der förderfähigen Kosten, gedeckelt auf 1.300 Euro bei Ein- und Zweifamilienhäusern. In der Praxis bleiben nach Abzug des Zuschusses oft nur 200 bis 700 Euro Eigenanteil übrig. Der Zuschuss fließt direkt an den Energieberater, sodass sich Ihr Rechnungsbetrag von Anfang an verringert – Sie müssen nicht in Vorleistung treten.

0
iSFP Bruttokosten (Richtwert)
0 %
BAFA-Zuschuss auf die Beratung
0
Eigenanteil nach Förderung

Kosten und Förderung des iSFP (Richtwerte)

PositionEin-/ZweifamilienhausMehrfamilienhaus (ab 3 WE)
Beratungskosten brutto1.300–2.000 €1.700–2.600 €
BAFA-Fördersatz50 %50 %
Maximaler Zuschuss1.300 €1.700 €
Eigenanteil (Richtwert)200–700 €300–900 €
Auszahlungdirekt an den Beraterdirekt an den Berater
Gültigkeit des Plans15 Jahre15 Jahre

Sehen Sie die Beratungskosten nicht als reine Ausgabe, sondern als Investition: Der iSFP bewahrt Sie vor teuren Fehlreihenfolgen und gibt den 5-Prozent-Bonus frei – der sich bei größeren Maßnahmen schnell auf mehrere Tausend Euro summiert. Einen kompletten Überblick über sämtliche Förderwege bietet der Beitrag zu den Förderungen.

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Der 5-%-iSFP-Bonus bei der BEG EM: So wirkt die Zusatzförderung

Kurzantwort: Wer eine Einzelmaßnahme an der Gebäudehülle oder Anlagentechnik auf Basis eines iSFP durchführt, erhält einen zusätzlichen Förderbonus von 5 Prozentpunkten – zusätzlich zur regulären Grundförderung der BEG EM. Aus 15 Prozent für eine Dämmung werden dadurch 20 Prozent, aus 15 Prozent für Fenster ebenfalls 20 Prozent. Der Bonus greift bei den Maßnahmen, die der iSFP empfohlen hat, und ist auf einen jährlichen Höchstbetrag der förderfähigen Kosten begrenzt. Beim Heizungstausch selbst gilt der iSFP-Bonus nicht – dort kommen andere Boni zum Zug.

BEG EM mit und ohne iSFP-Bonus gegenübergestellt (Richtwerte)

MaßnahmeGrundförderungMit iSFP-Bonus
Außenwand-Dämmung WDVS15 %20 %
Dachdämmung15 %20 %
Kellerdecken-Dämmung15 %20 %
Fenster mit U_w ≤ 0,9515 %20 %
Lüftungsanlage mit WRG15 %20 %
Heizungsoptimierung15 %20 %
Heizungstausch (Wärmepumpe)30 % + Bonikein iSFP-Bonus

Ein Beispiel zur Veranschaulichung: Bei einer Fassadendämmung über 40.000 Euro bekommen Sie mit der Grundförderung 6.000 Euro Zuschuss (15 Prozent), mit iSFP-Bonus dagegen 8.000 Euro (20 Prozent) – 2.000 Euro mehr, nur durch den Bonus. Über mehrere Maßnahmen hinweg hat sich die Investition in die Beratung damit häufig schon beim ersten großen Schritt bezahlt gemacht. Nach wie vor gilt: Der Förderantrag muss vor der Beauftragung eingereicht sein.

Die kluge Abfolge der Maßnahmen: zuerst die Hülle, dann die Heizung

Kurzantwort: Die energetisch wie wirtschaftlich klügste Reihenfolge lautet: erst die Gebäudehülle, danach die Anlagentechnik. Wer zunächst Dach, Fassade und Fenster dämmt und erst anschließend die Wärmepumpe einbaut, kommt mit einer kleineren, preiswerteren Anlage aus – bei Anschaffung wie Betrieb. Auf die Hülle folgt eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung, um Schimmel vorzubeugen, dann die Heizung und zuletzt Photovoltaik mit Speicher. Exakt diese Logik bildet der iSFP ab und begründet sie für Ihr Gebäude.

  • 1. Dämmung von Dach oder oberster Geschossdecke — hier fällt die Ersparnis je Euro am höchsten aus und oft besteht GEG-Pflicht.
  • 2. Dämmung der Außenwand (WDVS) — reduziert Wärmeverluste und Wärmebrücken deutlich.
  • 3. Fenster erneuern — idealerweise zeitgleich mit der Fassadendämmung, um Gerüst- und Anschlusskosten gemeinsam zu tragen.
  • 4. Kellerdecke oder Bodenplatte dämmen — sorgt für spürbar wärmere Böden im Erdgeschoss.
  • 5. Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung — nach der Hüllendämmung erforderlich, um Schimmel vorzubeugen.
  • 6. Heizung auf eine Wärmepumpe umstellen — jetzt passend auf den gedämmten Bestand ausgelegt und dadurch günstiger.
  • 7. Photovoltaik mit Speicher — ergänzt die Wärmepumpe und hält die Betriebskosten niedrig.

Lässt sich der Heizungstausch aufgrund eines Defekts oder einer GEG-Pflicht nicht verschieben, beziehen Sie die spätere Dämmung wenigstens rechnerisch ein und dimensionieren die Wärmepumpe auf den künftigen, gedämmten Wärmebedarf. Welche GEG-Pflichten hier zum Tragen kommen, erklärt der GEG-Ratgeber.

Ein Praxisbeispiel: Fertighaus Baujahr 1982 mit 130 m²

Kurzantwort: Ein typisches Holzständer-Fertighaus aus dem Jahr 1982 mit 130 Quadratmetern verbraucht rund 230 kWh/m² im Jahr – Heizkosten von etwa 3.800 Euro. Der iSFP schlägt hier vier Etappen über acht Jahre vor: Dach- und Fassadendämmung, Fenstertausch, Lüftung mit Wärmerückgewinnung und zuletzt eine Wärmepumpe mit Photovoltaik. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 118.000 Euro brutto, nach BEG-Förderung und iSFP-Bonus verbleiben etwa 72.000 Euro Eigenanteil. Der Endenergiebedarf sinkt auf rund 70 kWh/m², die Heizkosten auf gut 1.200 Euro im Jahr.

Stufenplan für ein Fertighaus Bj. 1982 mit 130 m² (Richtwerte)

EtappeMaßnahmeKosten bruttoFörderung inkl. iSFP-Bonus
Jahr 1Dach- und Fassadendämmung48.000 €20 % = 9.600 €
Jahr 2Fenster 3-fach-Verglasung16.000 €20 % = 3.200 €
Jahr 4Lüftung mit Wärmerückgewinnung12.000 €20 % = 2.400 €
Jahr 6Wärmepumpe Luft-Wasser26.000 €bis 55 % = 14.300 €
Jahr 8Photovoltaik 8 kWp + Speicher16.000 €regional/EEG
SummeVollsanierung in Etappen≈ 118.000 €≈ 46.000 € Zuschuss

Warum die Etappen genau so angeordnet sind

Die Dämmung steht bewusst am Beginn: Sie senkt den Wärmebedarf so stark, dass die Wärmepumpe in Etappe vier merklich kleiner und günstiger ausfallen kann. Käme die Wärmepumpe zuerst, müsste man sie auf den hohen Bedarf des unsanierten Hauses auslegen – teurer in der Anschaffung wie im Stromverbrauch. Gerade dieser Zusammenhang von Ursache und Wirkung macht den iSFP so wertvoll: Er begründet die Reihenfolge nicht mit dem Bauchgefühl, sondern mit den Zahlen Ihres konkreten Gebäudes.

Nach Abschluss aller Etappen kommt das Haus aus dem Beispiel nah an einen Effizienzhaus-Standard heran – für einen Bruchteil dessen, was ein Neubau kostet. Ob sich dieser Weg für Ihr Gebäude wirklich rechnet oder ein Neubau günstiger wäre, beleuchtet der Vergleich Altbau kaufen oder neu bauen. Wer lieber neu bauen möchte, findet erste Anhaltspunkte im Musterhaus und beim Hausbau-Ablauf.

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Wichtige Fragen kurz erklärt

Die häufigsten Preisfragen rund um Sanierungsfahrplan (iSFP) – kompakt beantwortet von den Experten von fertighaus-experte.de (Stand).

Was kostet ein individueller Sanierungsfahrplan?
Nach Abzug bleibt oft nur ein Eigenanteil von 200 bis 700 Euro. Ein iSFP für ein Ein- oder Zweifamilienhaus kostet als Richtwert 1.300 bis 2.000 Euro brutto; die BAFA fördert die Beratung mit 50 Prozent, gedeckelt auf 1.300 Euro Zuschuss.
Wie hoch ist der iSFP-Bonus bei der BEG EM?
Für den reinen Heizungstausch gilt der iSFP-Bonus nicht. Wer eine Einzelmaßnahme an Hülle oder Anlagentechnik auf Basis eines iSFP umsetzt, erhält fünf Prozentpunkte zusätzliche Förderung – aus 15 Prozent Grundförderung für Dämmung oder Fenster werden so 20 Prozent.
In welcher Reihenfolge sollte man sanieren?
Genau diese Logik begründet der iSFP für Ihr Gebäude. Sinnvoll ist die Reihenfolge Hülle vor Heizung: erst Dach, Fassade und Fenster dämmen, dann Lüftung mit Wärmerückgewinnung, danach die Wärmepumpe und zuletzt Photovoltaik mit Speicher – so bleibt die Wärmepumpe kleiner und günstiger.
Wie lange ist ein Sanierungsfahrplan gültig?
Der Plan verhindert dabei teure Fehlreihenfolgen und strukturiert die gesamte Sanierung. Der iSFP ist 15 Jahre gültig; in diesem Zeitraum können Sie die empfohlenen Maßnahmen in Etappen nach Budget und Priorität umsetzen und für jede den zusätzlichen 5-Prozent-Bonus abrufen.
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