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Ratgeber Auslandsimmobilien

Immobilie im Ausland kaufen: der Leitfaden für deutsche Käufer

Von Spanien bis Kroatien: Wer eine Immobilie im Ausland erwerben möchte, sollte Finanzierung, Nebenkosten, Steuern und rechtliche Stolperfallen kennen. Dieser Ratgeber führt Sie strukturiert durch alle Schritte – und zeigt am Ende, wann sich ein rechtssicherer Neubau in der DACH-Region stärker rentiert.

Auslandsimmobilien kaufen – das Wichtigste auf einen Blick

Fünf beliebte Zielländer

Spanien, Portugal, Italien, Kroatien und Österreich sind bei deutschen Käufern besonders gefragt.

30–50 % Eigenmittel nötig

Lokale Banken verlangen von Ausländern deutlich mehr Eigenkapital, als hierzulande üblich ist.

+10–15 % Kaufnebenkosten

Kaufnebenkosten liegen im Ausland oft höher als in Deutschland – frühzeitig einplanen.

Eigener Anwalt unverzichtbar

Unabhängige, ortskundige Rechtsberatung schützt Sie vor unklaren Eigentumsverhältnissen.

Beliebte Länder für Auslandsimmobilien im Vergleich

LandKaufnebenkostenFokus & Besonderheit
Spanien10–13 %Mallorca, Costa Blanca & del Sol – gefragte Ferienvermietung
Portugal7–10 %Algarve & Lissabon – mildes Klima, wachsende Nachfrage
Italien9–16 %Gardasee, Toskana, Südtirol – je nach Käuferstatus sehr unterschiedlich
Kroatienca. 6–8 %Istrien & Dalmatien – Küstenlage innerhalb des EU-Rechtsrahmens
Österreichca. 10 %Alpenraum – rechtssicher, teils mit Zweitwohnsitzbeschränkungen

Richtwerte, je nach Region und Käuferstatus unterschiedlich. Ohne Gewähr – verbindliche Auskünfte erteilt die örtliche Rechts- und Steuerberatung.

Von Deutschland aus finanzieren: drei praktikable Wege

Der vermutlich kniffligste Teil beim Kauf einer Auslandsimmobilie ist die Finanzierung. Deutsche Banken gewähren Kredite für Immobilien im Ausland nur selten unmittelbar, weil sie im Zielland keine belastbare Sicherheit eintragen können. In der Praxis haben sich drei Wege etabliert. Erstens die Finanzierung über eine Bank im Zielland: Sie kennt den Markt, verlangt von Ausländern allerdings häufig 30 bis 50 Prozent Eigenkapital und höhere Zinsen. Zweitens eine international tätige Bank, die grenzüberschreitend agiert. Und drittens – der in Deutschland verbreitetste Weg – ein Kredit über deutsches Eigenkapital, abgesichert durch eine bestehende Immobilie in Deutschland. So erhalten Sie deutsche Konditionen und einen reinen Euro-Kredit ohne Wechselkursrisiko.

Achten Sie außerhalb der Eurozone – etwa in der Schweiz, in Großbritannien oder in Skandinavien – durchgehend auf das Währungsrisiko: Ein ungünstiger Wechselkurs kann Ihre Kalkulation über die Laufzeit spürbar verschieben. Prüfen Sie zudem, ob im Zielland Sondersteuern oder Beschränkungen für ausländische Käufer gelten.

Neben- und Folgekosten realistisch kalkulieren

Die Kaufnebenkosten fallen im Ausland oft höher aus als in Deutschland. In Spanien summieren sich Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch und Anwalt auf etwa 10 bis 13 Prozent, in Italien je nach Käuferstatus auf 9 bis 16 Prozent, in Portugal auf rund 7 bis 10 Prozent des Kaufpreises. Planen Sie daher pauschal 10 bis 15 Prozent Puffer zusätzlich zum reinen Kaufpreis ein. Hinzu treten laufende Kosten: örtliche Grundsteuer, Gebäude- und Haftpflichtversicherung, Verwaltung, Instandhaltung und – bei einer Ferienvermietung – Reinigung und Objektbetreuung.

Steuerliche Aspekte: Doppelbesteuerungsabkommen und Progressionsvorbehalt

Miet- und Verkaufserträge einer Auslandsimmobilie werden grundsätzlich im Land der Immobilie besteuert. Deutschland berücksichtigt diese Einkünfte über die Doppelbesteuerungsabkommen ein – bei zahlreichen Ländern über den sogenannten Progressionsvorbehalt. Das bedeutet: Die Auslandseinkünfte bleiben in Deutschland vielfach steuerfrei, erhöhen jedoch Ihren persönlichen Steuersatz auf das übrige Einkommen. Wie genau Ihre Konstellation behandelt wird, hängt vom jeweiligen Abkommen ab. Einen Überblick zu geltenden Abkommen veröffentlicht das Bundesministerium der Finanzen. Beauftragen Sie in jedem Fall eine auf internationales Steuerrecht spezialisierte Beratung.

Risiken rechtzeitig erkennen und absichern

Fremde Rechtssysteme, Sprachbarrieren und undurchsichtige Eigentumsverhältnisse gehören zu den größten Gefahren beim Immobilienkauf im Ausland. Wiederholt kommen Schwarzbauten ohne gültige Baugenehmigung oder Grundstücke mit ungeklärten Lasten ans Licht. Beauftragen Sie daher konsequent einen unabhängigen, ortskundigen Anwalt – keinesfalls den des Verkäufers –, lassen Sie das Grundbuch und alle Genehmigungen prüfen und unterschreiben Sie keinen Vorvertrag ohne rechtliche Freigabe. Das Auswärtige Amt stellt zu vielen Ländern zudem Länderinformationenbereit, die einen ersten Überblick zu den rechtlichen Rahmenbedingungen bieten.

Alternative: rechtssicher innerhalb des DACH-Raums bauen

Wer die Sonne im Süden sucht, liebäugelt häufig mit der Auslandsimmobilie – und verkennt dabei die rechtlichen, steuerlichen und sprachlichen Hürden. Für viele Anleger stellt ein Neubau in Deutschland, Österreich oder der Schweiz die risikoärmere Option dar: rechtssicher, gut finanzierbar, exakt planbar und ohne Wechselkursrisiko. Ein winterfestes Ferienhaus als Kapitalanlage in einer deutschen Küsten- oder Alpenregion bietet stabile Nachfrage bei überschaubarem Aufwand. Wer die volle Kontrolle über Grundriss und Energiestandard schätzt, findet mit einem Holzhaus oder einem klassischen Fertighaus eine überzeugende Alternative zur Auslandsimmobilie.

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Häufige Fragen zum Immobilienkauf im Ausland

Antworten zu Länderwahl, Finanzierung aus Deutschland, Nebenkosten, Steuern und Risiken beim Immobilienkauf im Ausland – aktualisiert.

In welchen Ländern kaufen Deutsche am häufigsten Immobilien?
Zu den beliebtesten Zielländern deutscher Käufer gehören seit Jahren Spanien (vor allem Mallorca, Costa Blanca, Costa del Sol), Italien, Österreich, Kroatien und zunehmend Portugal. Danach folgen Frankreich, Griechenland und die Schweiz. Entscheidend sind Klima, Erreichbarkeit per Direktflug oder Auto, ein funktionierender Rechtsrahmen sowie eine stabile Nachfrage bei einer späteren Vermietung oder einem Wiederverkauf.
Wie finanziere ich eine Auslandsimmobilie von Deutschland aus?
Drei Wege kommen infrage: eine Bank im Zielland, eine international tätige Bank oder ein Kredit über deutsches Eigenkapital, oft besichert durch eine bestehende Immobilie in Deutschland. Deutsche Banken finanzieren Auslandsimmobilien nur selten direkt, weil sie im Ausland keine Sicherheit eintragen können. Lokale Banken verlangen von Ausländern häufig 30 bis 50 Prozent Eigenkapital und höhere Zinsen. Beachten Sie zusätzlich Wechselkursrisiken, sobald außerhalb der Eurozone finanziert wird.
Welche Nebenkosten fallen beim Kauf einer Auslandsimmobilie an?
Die Kaufnebenkosten liegen im Ausland oft deutlich höher als in Deutschland. In Spanien summieren sich Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch und Anwalt auf etwa 10 bis 13 Prozent des Kaufpreises, in Italien je nach Konstellation auf 9 bis 16 Prozent, in Portugal auf rund 7 bis 10 Prozent. Rechnen Sie deshalb pauschal 10 bis 15 Prozent zusätzlich zum Kaufpreis ein – hinzu kommen laufende Kosten wie Grundsteuer, Verwaltung und Instandhaltung.
Muss ich eine Auslandsimmobilie in Deutschland versteuern?
Miet- und Verkaufserträge werden grundsätzlich im Land der Immobilie besteuert. Deutschland bezieht diese Einkünfte über die Doppelbesteuerungsabkommen meist per Progressionsvorbehalt ein – die Einkünfte selbst bleiben in Deutschland oft steuerfrei, erhöhen aber Ihren persönlichen Steuersatz auf das übrige Einkommen. Wie genau die Behandlung ausfällt, hängt vom jeweiligen Abkommen ab. Ziehen Sie unbedingt einen auf internationales Steuerrecht spezialisierten Berater hinzu.
Welche Risiken hat der Kauf einer Immobilie im Ausland?
Zu den typischen Risiken zählen unklare Eigentums- und Grundbuchverhältnisse, Schwarzbauten ohne gültige Baugenehmigung, fremde Rechtssysteme, Sprachbarrieren, Wechselkursschwankungen außerhalb der Eurozone sowie eine schwer einschätzbare Marktentwicklung. Beauftragen Sie deshalb stets einen unabhängigen, ortskundigen Anwalt (nicht den des Verkäufers), lassen Sie das Grundbuch prüfen und unterschreiben Sie keinen Vorvertrag ohne rechtliche Prüfung.
Ist eine Auslandsimmobilie oder ein Neubau in der DACH-Region sinnvoller?
Das hängt von Ihren Zielen ab. Eine Auslandsimmobilie lockt mit Sonne und potenziell hoher Ferienvermietungsnachfrage, bringt aber rechtliche, steuerliche und sprachliche Hürden mit sich. Ein Neubau in Deutschland, Österreich oder der Schweiz ist rechtssicher, gut finanzierbar und exakt planbar. Für viele Anleger ist ein winterfestes Ferienhaus in der DACH-Region die risikoärmere Alternative mit stabiler Nachfrage.
Kann ich eine Auslandsimmobilie über einen Kredit aus Deutschland besichern?
Ja, das ist in der Praxis der häufigste Weg. Wer bereits eine schuldenfreie oder teilweise abbezahlte Immobilie in Deutschland besitzt, kann darauf eine Grundschuld eintragen lassen und mit dem Kapital die Auslandsimmobilie finanzieren. Der Vorteil: deutsche Konditionen, Euro-Kredit ohne Wechselkursrisiko und keine Abhängigkeit von einer ausländischen Bank. Der Nachteil: Sie bringen Ihre deutsche Immobilie als Sicherheit ein.
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